Boeing überlegt, seine bekannteste Maschine deutlich schneller vom Band laufen zu lassen. Laut einem Bericht erkundet der Konzern intern, ob die Produktion des 737 auf rund 70 Einheiten pro Monat hochgefahren werden könnte — weit über das öffentlich kommunizierte Ziel von 63 hinaus.
Ehrgeizige Pläne, frühes Stadium
Die Überlegungen befinden sich noch in einer frühen Planungsphase. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob die Lieferkette eine solche Steigerung überhaupt tragen kann. CEO Kelly Ortberg hatte erst im Mai auf einer Investorenkonferenz betont, dass Boeing die aktuelle Rate auf 47 Maschinen pro Monat anhebe — und damit wieder Fahrt aufnehme. Auf 70 zu klettern, wäre ein erheblicher Schritt.
Zum Vergleich: Airbus peilt für seine A320neo-Familie ebenfalls eine Rate von 70 bis 75 Maschinen pro Monat an — allerdings erst bis Ende 2027. Derzeit liegt der europäische Konkurrent bei rund 60 Narrowbody-Jets pro Monat.
Lieferzahlen treiben Zuversicht
Die jüngsten Zahlen liefern Rückenwind. Im Mai hat Boeing 58 Flugzeuge ausgeliefert — deutlich mehr als die 47 im April und die 46 im März. Jefferies wertet diese Aufwärtstendenz positiv, hält an der Kaufempfehlung fest und sieht das Kursziel bei 295 Dollar.
Hinzu kommt frische Nachfrage aus dem Breitkörpersegment: Qantas sondiert offenbar einen möglichen Kauf von rund 20 Widebody-Jets — dabei stehen sowohl Boeings 787 als auch Airbus‘ A350 zur Wahl. Eine Entscheidung hat die australische Fluggesellschaft noch nicht getroffen.
Das Bild, das sich derzeit für Boeing ergibt, ist klar: steigende Auslieferungen, anziehende Nachfrage und ambitionierte Produktionspläne. Ob der Konzern die Lieferkette tatsächlich für eine Rate von 70 Maschinen pro Monat mobilisieren kann, wird sich in den kommenden Monaten zeigen — die nächsten Auslieferungsdaten für Juni dürften ein erster Gradmesser sein.
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