BNP Paribas legt Zahlen vor, die Analysten deutlich übertreffen — und die Aktie reagiert trotzdem mit Abgaben. Ein Widerspruch, der sich bei genauerem Hinsehen erklären lässt.
Im zweiten Quartal stieg der Nettogewinn der Gruppe um 33,4 Prozent auf 4,345 Milliarden Euro, nach 3,258 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Das Vorsteuerergebnis kletterte um 33 Prozent auf 6,063 Milliarden Euro. Die Erträge der Gruppe, das sogenannte Net Banking Income, wuchsen um 12,0 Prozent auf 14,091 Milliarden Euro — bei konstanten Wechselkursen legten die Erlöse um 10,4 Prozent zu.
Aktienhandel überrascht, Anleihehandel bremst
Besonders auffällig: Die Erträge im Aktienhandel sprangen um 43 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro. Im Vergleich zu den großen US-Banken bleibt dieser Zuwachs allerdings moderat. Die Erträge im Handel mit Anleihen, Währungen und Rohstoffen gingen sogar leicht zurück — ein Dämpfer, der die Kursreaktion mit erklären könnte. An der Euronext gab die Aktie um 0,94 Prozent auf 105,78 Euro nach.
Dividende und Ziele bis 2028 bestätigt
Der Vorstand beschloss am Mittwoch eine Zwischendividende von 3,23 Euro je Aktie, was der Hälfte des konsolidierten Halbjahresgewinns je Aktie von 6,45 Euro entspricht. Die Ausschüttung wird am 24. September vom Kurs abgetrennt und am 28. September als Vorabzahlung auf die Gesamtjahresdividende 2026 ausgezahlt.
Für die kommenden Jahre hält die Bank an ihren Zielen fest. Bis 2028 soll die Rendite auf das materielle Eigenkapital (ROTE) auf über 13 Prozent steigen, für 2026 wird ein Wert von 12 Prozent angepeilt. Das Wachstum des Nettogewinns je Aktie soll zwischen 2025 und 2028 im Schnitt weiterhin über 10 Prozent pro Jahr liegen.
Parallel dazu arbeitet BNP Paribas an den Grundlagen für den nächsten Strategiezyklus 2027 bis 2030. Ein Bestandteil ist ein Transformationsprogramm für Unterstützungsfunktionen, das auf künstliche Intelligenz setzt.
Die Zahlen zeigen ein Institut, das operativ stärker performt als erwartet, an den Kapitalmärkten aber selektiv Boden verliert. Mit der Zwischendividende im September und den bestätigten Zielen bis 2028 hat das Management zumindest einen klaren Fahrplan vorgelegt.
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