BMW beendet die Produktion des XM. Nach nicht einmal vier Jahren läuft das Modell der M GmbH aus, ein Nachfolger ist nicht vorgesehen. Die Entscheidung fügt sich in einen Konzern, der nach einem schwachen zweiten Quartal 2026 an mehreren Stellen kürzt und sein Portfolio strafft.
Das Ausmaß des Gewinneinbruchs zeigt sich in den jüngsten Zahlen: Im Zeitraum April bis Juni sank das Vorsteuerergebnis auf 1.697 Millionen Euro, die EBT-Marge fiel auf 5,4 Prozent. Im gesamten ersten Halbjahr kam der Konzern auf ein Vorsteuerergebnis von 4.045 Millionen Euro bei einem Umsatz von 62.266 Millionen Euro.
Die EBIT-Marge im Automobilsegment lag im zweiten Quartal nur noch bei 2,3 Prozent. Zugleich fuhr BMW die Investitionen im ersten Halbjahr um 30,5 Prozent auf 1.900 Millionen Euro zurück – ein deutliches Signal, dass der Konzern auf Kostendisziplin setzt.
Parallel dazu schwächelte der Absatz: Weltweit lieferte BMW im ersten Halbjahr 1.156.727 Automobile aus, ein Rückgang um 4,2 Prozent. Ein Lichtblick bleibt die Elektromobilität – im zweiten Quartal legten die Auslieferungen vollelektrischer Fahrzeuge auf 116.807 Einheiten zu, ein Plus von 5,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.
Auch in China läuft es an einer Front gut: Das neue iX3-Programm sammelt weiter Bestellungen, in den ersten sechs Monaten nach Marktstart der Neue-Klasse-Linie kamen 50.000 Orders zusammen.
Analysten uneins über den Ausblick
Die Modellstraffung und der Sparkurs treffen auf eine gespaltene Analystenmeinung. Bernstein bestätigte am 28. August das Votum „Outperform“ mit einem Kursziel von 82 Euro und traut der Aktie damit deutliches Erholungspotenzial zu.
RBC hatte zuvor, am 14. August, das Kursziel auf 60 Euro gesenkt und auf „Sector Perform“ zurückgestuft – näher am aktuellen Kursniveau. Die Spanne der Einschätzungen spiegelt die Unsicherheit über das Tempo der Erholung wider.
Nach vorn gerichtet steht der Konzern vor einem wichtigen Termin: Auf einem Capital Markets Day im September will BMW Kostensenkungen und ein neues Lieferantenmodell vorstellen. Citi hatte im Vorfeld die mittelfristigen Erwartungen an EBIT und freien Cashflow angehoben, gleichzeitig aber vor Belastungen durch das China-Geschäft und Zölle gewarnt.
Aktie unter Druck, aber über dem Jahrestief
Am Markt zeigt sich die angespannte Lage: Die Aktie büßte am heutigen Dienstag 2,4 Prozent ein und rutschte auf 60,74 Euro, nachdem sie bereits am Montag mit 62,20 Euro geschlossen hatte. Damit bleibt das Papier deutlich unter seinem 200-Tage-Durchschnitt von 77,09 Euro entfernt, notiert aber rund 7,7 Prozent über dem erst am 24. Juli markierten 52-Wochen-Tief von 56,40 Euro.
Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 35 Prozent zu Buche – ein Ausmaß, das die Schwere des operativen Einbruchs unterstreicht und erklärt, warum der bevorstehende Capital Markets Day für Anleger zum entscheidenden Prüfstein wird.
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