BMW hat am 30. Juli seine Halbjahreszahlen vorgelegt, und der Rückgang fällt kräftig aus. Das Vorsteuerergebnis im Konzern brach im zweiten Quartal um 35,1 Prozent auf 1.697 Millionen Euro ein, die EBT-Marge sank auf 5,4 Prozent. Für das erste Halbjahr summiert sich das Vorsteuerergebnis auf 4.045 Millionen Euro, ein Minus von 29,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Nach Steuern blieben im zweiten Quartal noch 1,2 Milliarden Euro übrig, während der Umsatz von 34 auf 31 Milliarden Euro zurückging. Besonders hart traf es das Kerngeschäft: Der operative Gewinn im Automobilbereich brach um mehr als 60 Prozent auf 629 Millionen Euro ein.
China bleibt die größte Baustelle
Der Absatzeinbruch in China zieht sich durch fast alle Kennzahlen. Im ersten Halbjahr verkaufte BMW dort 261.773 Fahrzeuge, ein Rückgang von 20,4 Prozent.
Im zweiten Quartal beschleunigte sich der Rückgang sogar auf 30,2 Prozent bei 117.815 ausgelieferten Einheiten. Damit bestätigt sich, was BMW bereits Mitte Juni mit einer Prognoseanpassung angedeutet hatte: Die EBIT-Marge im Autogeschäft für das laufende Jahr wurde von ursprünglich 4 bis 6 Prozent auf nur noch 1 bis 3 Prozent gesenkt.
Als Gründe nannte der Konzern den Markteinbruch in China, länger anhaltende Folgen des Nahostkonflikts sowie hohe Energiepreise. Auch die Kapitalrendite im Automobilsegment wurde entsprechend nach unten korrigiert, von 6 bis 10 Prozent auf nur noch 1 bis 5 Prozent.
Positiver entwickelten sich dagegen Europa und die USA. In Europa legte der Absatz im ersten Halbjahr um 5,4 Prozent auf 496.651 Fahrzeuge zu, in den USA stieg er um 3,9 Prozent auf 200.661 Einheiten.
Bei den Elektrofahrzeugen zeigt sich ein gemischtes Bild: Insgesamt lieferte BMW im ersten Halbjahr 204.295 Elektroautos aus, ein Rückgang von 7,4 Prozent, während im zweiten Quartal allein 116.807 batterieelektrische Fahrzeuge verkauft wurden, ein Plus von 5,2 Prozent. In Europa sprang der Absatz batterieelektrischer Modelle im zweiten Quartal sogar um 38 Prozent, getragen vom Start der Auslieferungen des neuen iX3.
Wettbewerber Mercedes-Benz mit ähnlichem Muster
Auch der Konkurrent Mercedes-Benz meldete am gleichen Tag einen Absatzrückgang von 7 Prozent auf 837.200 Einheiten im ersten Halbjahr, mit einem China-Minus von ebenfalls 30 Prozent. Der Einbruch in China trifft die deutsche Premiumindustrie damit branchenweit, nicht nur BMW allein.
Für das neue Elektromodell i3 laufen unterdessen die Vorbereitungen weiter: Die Serienproduktion im Werk München ist im August angelaufen, die Standardversion soll im September ab rund 65.000 Euro verfügbar sein.
Der reguläre Bestellstart für den i3 ist für den 30. September terminiert. Beim iX3 zeichnet sich unterdessen ein Meilenstein ab, der Auftragseingang nähert sich der Marke von 100.000 Bestellungen, im ungarischen Werk Debrecen wurden bereits 50.000 Einheiten produziert.
Kurs reagiert verhalten auf die Zahlen
An der Börse zeigt sich das Papier trotz der schwachen Geschäftszahlen widerstandsfähig. Die Aktie notiert aktuell bei 62,70 Euro, ein Plus von 0,9 Prozent gegenüber dem Vortagesschluss von 62,12 Euro. Auf Sicht von 30 Tagen steht ein Zuwachs von 5,1 Prozent zu Buche. Seit Jahresbeginn liegt das Papier dennoch deutlich im Minus, mit -33 Prozent.
Zum 52-Wochen-Hoch von 97,90 Euro aus dem Dezember beträgt der Abstand 36 Prozent, während der Kurs vom 52-Wochen-Tief bei 56,40 Euro inzwischen wieder 11 Prozent entfernt notiert. Anleger scheinen die schwachen Quartalszahlen bereits eingepreist zu haben, nachdem BMW mit der Prognosesenkung im Juni bereits auf die schwierige Lage in China vorbereitet hatte.
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