Dass die deutsche Autoindustrie noch immer tief in der Krise hängt, das zeigten kürzlich einmal mehr die Quartalszahlen von Volkswagen. Die Absätze außerhalb von Europa lassen zu wünschen übrig, die Margen schwinden und der Umbau bei Porsche verschlingt etliche Milliarden. Auch bei Mercedes-Benz türmen sich die Probleme.
BMW wird seine Ergebnisse zwar erst in der kommenden Woche vorlegen. Doch die Vorgaben der Konkurrenz sorgten bereits für ein ungutes Gefühl bei den Aktionären. Erkennbar ist das an leicht sinkenden Kursen Am Mittwoch kämpfte die Aktie sich noch auf rund 83 Euro, fiel aber bis Freitamorgen wieder auf eher müde 80,94 Euro zurück.
Das könnte unschön werden
Auf schwache Zahlen sind die Anlegerinnen und Anleger bereits ein Stück weit eingestellt. Bei BMW lief es lange Zeit zwar deutlich besser als bei der Konkurrenz und man kam bisher nicht in die Verlegenheit, im großen Stil Stellen abzubauen oder dergleichen. Anfang Oktober warnte das Management dennoch davor, dass das laufende Jahr wohl schlechter als erwartet abgeschlossen wird.
Als Belastung erweist sich auch in diesem Fall ein schwaches Chinageschäft. Dort sind vor allem günstige E-Autos heimischer Marken gefragt, welche sich auch noch einen ruinösen Preiskampf liefern. BMW, Volkswagen und Co. haben da nicht allzu viel zu melden. Auf das Comeback der gehobenen Preisklasse kann derweil nur gehofft werden.
BMW Aktie Chart
BMW: Neue Klasse, neues Glück?
Immerhin hat BMW aber einen nicht zu unterschätzenden Hoffnungsschimmer in der Hinterhand. Mit der „Neuen Klasse“ will das Unternehmen wieder für Begeisterung sorgen und die Mitbewerber, auch in China, technologisch hinter sich zu lassen. Bisher scheint es eine hohe Nachfrage zu geben. Kann das positive Bild bei der Zahlenvorlage etwas geschärft werden, so könnte es auch mit etwas neuer Zuversicht klappen. Zugegebenermaßen wirkt die Hoffnung darauf aber schon etwas nach einem Strohhalm, an den sich unverbesserliche Optimisten vielleicht noch klammern könnten.
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