Ohne Fahrer durchs Werk: BMW hat in seinen Produktionsstätten die Marke von einer Million automatisierten Fahrzeugbewegungen erreicht. Das System soll künftig an weiteren Standorten laufen. Die Aktie notierte zuletzt bei rund 56,76 Euro, ein Minus von knapp 1,7 Prozent.
Vom Pilotprojekt zum Standard
Die Technologie „Automated Driving In-Plant“ startete 2022 als Pilotprojekt in Dingolfing. Inzwischen fahren Neufahrzeuge in definierten Produktions- und Logistikbereichen selbstständig. Externe Sensoren, eine Cloud-Architektur und Software zur Bewegungsplanung steuern die Autos, LiDAR-Sensoren erfassen laufend die Umgebung.
Im gesamten Produktionsnetzwerk kommen täglich rund 3.500 solcher Bewegungen zusammen. Das Mini-Werk Oxford ist der vierte Standort nach Dingolfing, Leipzig und Regensburg und verzeichnete im vergangenen Jahr mehr als 53.000 automatisierte Bewegungen. Dort verbindet BMW die fahrerlosen Fahrzeuge erstmals direkt mit bestehenden Steuerungssystemen. Die Autos positionieren sich selbstständig an Hebevorrichtungen, wo bestimmte Arbeitsschritte folgen.
Produktionsvorstand Raymond Wittmann spricht von einem Beleg für die Innovationskraft und Skalierbarkeit des Produktionsnetzwerks. Als nächstes soll das US-Werk Spartanburg das System innerhalb des kommenden Jahres erhalten.
Partner Embotech und Tarifrunde
Entwickelt hat BMW die Lösung gemeinsam mit dem Schweizer Unternehmen Embotech. Der Konzern-Wagniskapitalarm BMW i Ventures hält seit Dezember 2024 eine Beteiligung an dem Partner. In Dingolfing betreibt BMW nach eigenen Angaben die größte LiDAR-Infrastruktur Europas. Die Technik lässt sich laut Konzern an unterschiedliche Standorte, Fahrzeugarchitekturen und Produktionsprozesse anpassen.
Für die Kostenseite der Branche ist parallel die Tarifrunde relevant. Die Arbeitgeber der Metall- und Elektroindustrie boten 1,3 Prozent mehr Geld ab Juli 2028 sowie eine Einmalzahlung, die IG Metall fordert fünf Prozent. Sie lehnte das Angebot ab, ab 1. November sind Warnstreiks möglich. Automatisierung dürfte in diesem Umfeld für Hersteller an Bedeutung gewinnen, ein direkter Zusammenhang ist jedoch nicht belegt.
Die nächste Orientierung für die Aktie liefern die Quartalszahlen am 4. November 2026. Dann zeigt sich, wie stark Absatzrückgang und Kostendruck die Marge belasten.
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