BMW kämpft mit einem massiven Einbruch in China. Im zweiten Quartal 2026 sackten die Auslieferungen dort um 30 Prozent auf 117.815 Fahrzeuge ab. Die Aktie steckt derweil nur zwei Prozent über ihrem Jahrestief fest.
Weltweit lieferte der Konzern von April bis Juni 590.962 Fahrzeuge aus. Das sind 4,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Für das gesamte erste Halbjahr summiert sich der Rückgang auf 4,2 Prozent, insgesamt 1.156.742 Fahrzeuge. Die Kernmarke BMW traf es dabei besonders hart: minus 6,2 Prozent auf 1.004.681 Einheiten.
Auch Mercedes-Benz und Audi meldeten für das zweite Quartal deutliche Absatzrückgänge. Der Grund ist derselbe: die anhaltende Schwäche in der Volksrepublik.
USA und Europa fangen den Rückgang auf
Während China schwächelt, läuft es im Westen deutlich besser. In Europa stiegen die Auslieferungen im zweiten Quartal um 5,4 Prozent auf 260.173 Fahrzeuge. In den USA legte die Marke BMW sogar um 13 Prozent zu, auf 102.713 Fahrzeuge. Nur MINI schwächelte dort mit einem Minus von 2,1 Prozent auf 7.456 Einheiten.
Bei den Elektroautos zeigt sich ein ähnliches Bild. Weltweit wuchs der BEV-Absatz um 5,2 Prozent auf 116.807 Fahrzeuge. In Europa war der Sprung deutlich größer: Hier legten die Verkäufe um 38 Prozent auf 81.445 Einheiten zu.
Aktie nahe am Jahrestief
Die BMW-Aktie schloss am Freitag bei 58,28 Euro, kaum verändert zum Vortag. Der Kurs liegt damit nur 2,14 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 57,06 Euro, das erst Ende Juni markiert wurde. Seit Jahresbeginn hat das Papier fast 40 Prozent verloren.
Auf Monatssicht zeigt sich das Ausmaß des Drucks noch deutlicher. Der Kurs fiel in den vergangenen 30 Tagen um fast 14 Prozent und liegt inzwischen fast 29 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 82,03 Euro. Der RSI von 31,1 signalisiert eine überverkaufte Marktlage — Chartbeobachter richten den Blick nun auf die Unterstützung am Jahrestief.
Die „Neue Klasse“ soll gegensteuern
BMW setzt strategisch auf eine neue Modellgeneration namens „Neue Klasse“. Vertriebsvorstand Jochen Goller peilt für das kommende Modell iX3 bereits 100.000 Auftragseingänge an. Diese Modelle sollen ab 2026 frische Impulse liefern.
Der Konzern hatte im Juni bereits einen deutlich sinkenden Vorsteuergewinn für das Gesamtjahr angekündigt. Die China-Schwäche bleibt vorerst der größte Belastungsfaktor. Ob die neuen Modelle den Rückgang im wichtigsten Einzelmarkt ausgleichen können, entscheidet sich erst in den kommenden Quartalen.
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