BMW nimmt rund zwei Milliarden Euro für die Modernisierung seiner bayerischen Fertigungsstandorte in die Hand. Während das Stammwerk München künftig den vollelektrischen i3 montiert, übernimmt Dingolfing die Fertigung der Verbrenner- und Hybridvarianten. Parallel dazu startet am 1. Oktober die Serienproduktion im neuen Batteriewerk Irlbach-Straßkirchen.
Mit dieser Aufteilung trennt das Unternehmen die Antriebsformen künftig räumlich. Nach mehreren Gewinnwarnungen im China-Geschäft setzt der Konzern auf eine gesteigerte Flexibilität an den Heimatstandorten. Die Neuaufstellung soll die Fabriken gegen Nachfrageschwankungen absichern und die Fertigungskosten im Kernbereich der Modellpalette senken.
Milliardenschwere Arbeitsteilung in Bayern
Von den Gesamtinvestitionen fließt etwa eine Milliarde Euro in die Fahrzeugwerke in München und Dingolfing. Eine weitere Milliarde Euro entfällt auf den neuen Batteriestandort Irlbach-Straßkirchen, der künftig Speicher der sechsten Generation bereitstellt. Im niederbayerischen Dingolfing sichert die Zuteilung der Verbrenner- und Hybridmodelle die Auslastung für rund 18.000 Beschäftigte.
Für die regionale Infrastruktur hat das Vorhaben weitreichende Bedeutung. In der ersten Ausbaustufe des neuen Werks in Irlbach-Straßkirchen entstehen über 1.600 Arbeitsplätze. Gleichzeitig stellt BMW das Werk München schrittweise vollständig auf die Fertigung von Elektrofahrzeugen um. Die lokale Batterieversorgung soll Lieferwege verkürzen und die Abhängigkeit von internationalen Lieferketten reduzieren.
Strategischer Rahmen für die Renditeerholung
Die Werksinvestitionen stützen den mittelfristigen Finanzplan des Managements. Bei einer zweitägigen Veranstaltung in München formulierte der Vorstand ein Margenziel von 3 bis 5 Prozent im Automobilsegment bis 2028. Zu Beginn der 2030er Jahre soll die operative Rendite im Fahrzeugbau wieder die Spanne von 8 bis 10 Prozent erreichen.
Analyst Stephen Reitman von Bernstein Research bekräftigte für den Autobauer die Einstufung „Outperform“ mit einem Kursziel von 82 Euro. Er bewertet die strategische Neuaufstellung als Auftakt für eine schrittweise Erholung der Ertragskraft nach den vorangegangenen Belastungen.
Marktreaktion und Kursniveau
Am Aktienmarkt sorgten die Nachrichten für eine vorläufige Stabilisierung. Im Xetra-Handel stieg das Papier von BMW heute um 2,3 Prozent auf 56,24 Euro. Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie ein Minus von 40 Prozent.
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