Fast 38 Prozent Kursverlust seit Januar — BMW steckt in der schwersten Absatzkrise seit Jahren. Der Münchner Autobauer kämpft in China gegen sinkende Verkaufszahlen und den Vormarsch lokaler Elektromarken. Das hat Folgen: Die Gewinnprognose für 2026 musste deutlich nach unten korrigiert werden.
China-Problem ohne schnelle Lösung
Europäische Premiumhersteller verlieren im Kompaktsegment preislich den Anschluss. Marken wie Xiaomi drängen aggressiv in Preisregionen, in denen BMW früher kaum Konkurrenz kannte. Branchenexperten fordern ein neues Geschäftsmodell — weniger Modelle, härtere Kostenkontrolle.
Analysten sehen die Strategie „In China für China“ als einzigen Ausweg. Nur wer lokal entwickelt und produziert, kann die Marge verteidigen. BMW hat diesen Weg bisher halbherzig beschritten.
Neue Klasse als Hoffnungsanker
Der Konzern setzt auf die Plattform „Neue Klasse“ als Antwort auf die Elektrooffensive der Wettbewerber. In dieser Woche startet die Vorbestellungsphase für den BMW i3 „1st Edition“. Die Produktion beginnt im August 2026.
Die technischen Eckdaten sind beachtlich. Die neue 800-Volt-Architektur ermöglicht Ladezeiten von zehn auf 80 Prozent in rund 21 Minuten. Das Steuerungssystem „Heart of Joy“ liefert bis zu 469 PS. Batterien kommen unter anderem vom chinesischen Partner EVE Energy.
Parallel baut BMW das Werk im indischen Chennai aus — mittlerweile auf 17.500 Einheiten pro Jahr, elf Modelle, Lokalisierungsgrad rund 50 Prozent.
JPMorgan senkt Kursziel, bleibt positiv
JPMorgan hat das Kursziel nach der Prognosesenkung von 100 auf 82 Euro gekappt. Die Einstufung bleibt „Overweight“. Die Analysten nennen die Gewinnwarnung einen notwendigen „Weckruf“.
Für den Kapitalmarkttag im September erwartet der Markt konkrete Ankündigungen zu Kapazitätskürzungen an europäischen Standorten. Das dürfte spannend werden — denn Werksschließungen oder Produktionsdrosselungen in Deutschland wären politisch heikel.
Technisch überverkauft, fundamental unter Druck
Die Aktie notiert bei 59,64 Euro — knapp 1,4 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 58,80 Euro. Der RSI auf 14-Tage-Basis liegt bei 19,6 und signalisiert eine stark überverkaufte Lage. Solche Niveaus erzeugen technischen Gegendruck, sofern positive Nachrichten folgen.
Fundamentale Entspannung ist allerdings nicht in Sicht. Bis der Kapitalmarkttag im September konkrete Maßnahmen liefert, bleibt die Aktie ein Spiegelbild der China-Unsicherheit.
BMW-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue BMW-Analyse vom 23. Juni liefert die Antwort:
Die neusten BMW-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für BMW-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 23. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
