BMW-Aktien schlossen am Freitag bei 56,86 Euro und damit nur knapp über ihrem 52-Wochen-Tief. Der Relative-Stärke-Index von 30,7 signalisiert eine überverkaufte Aktie, seit Jahresbeginn steht ein Minus von 39,14 Prozent zu Buche. Während der Kurs am Boden verharrt, treibt der Konzern den globalen Rollout seiner neuen Elektroplattform voran – in Korea, den USA und China zugleich.
Neue Klasse erreicht Korea und die USA
In Südkorea legte BMW Financial Services Korea am Montag eine Finanzierungsaktion für den neuen iX3 auf: Käufer erhalten bei einem 36-monatigen Leasing mit 10.000 Kilometern Jahresfahrleistung eine Restwertgarantie von bis zu 63 Prozent. Die ersten 250 Kunden bekommen zusätzlich einen Zuschuss von bis zu 250.000 Won, ein einjähriges Full-Care-Programm sowie eine Reparaturkostenübernahme von bis zu einer Million Won ergänzen das Angebot. Das Modell iX3 50 xDrive leistet 469 PS, beschleunigt in 4,9 Sekunden auf 100 km/h und kommt nach koreanischem Standard auf 611 Kilometer Reichweite. Die Preise beginnen bei 79,9 Millionen Won für die Basisversion und reichen bis 91,9 Millionen Won für die M Sport Pro-Ausstattung.
Auch in den USA ist das Modell angekommen: Der Technikdienst The Verge testete den iX3 auf Basis der neuen Elektroarchitektur und lobte die Kombination aus 108,7-kWh-Batterie, 463 PS und einer Ladeleistung von 400 Kilowatt. Die Reichweite liegt nach Schätzung bei rund 400 Meilen, verkauft wird der Wagen in den Vereinigten Staaten ab etwa 60.000 US-Dollar. Besonders hervorgehoben wurden das Panoramic-Vision-Display, ein 3D-Head-up-Display und der neue Highway Assistant für teilautomatisiertes Spurwechseln.
China-Variante mit Rekordreichweite
Für den chinesischen Markt hat die dortige Zulassungsbehörde MIIT eine Langversion des iX3 offengelegt. Der iX3 LWB nutzt ebenfalls die 800-Volt-Architektur, kommt aber dank höherer Energiedichte der Zellen und CTP-Technik auf eine CLTC-Reichweite von 919 Kilometern bei einem Verbrauch von 13,6 kWh je 100 Kilometer. Mit 477 PS Leistung und einer Schnellladefunktion, die in zehn Minuten für 400 Kilometer Reichweite sorgt, richtet sich das 4,885 Meter lange Modell gezielt an lokale Kundenwünsche. An Bord arbeiten KI-Systeme von Alibaba und DeepSeek, das autonome Fahren übernimmt Partner Momenta. Die Auslieferung soll im vierten Quartal 2026 beginnen.
Der dreifache regionale Zuschnitt zeigt, wie stark BMW seine Elektrostrategie inzwischen an lokale Erwartungen anpasst – von der Finanzierungslogik in Korea über die Ladeinfrastruktur in den USA bis zur Reichweiten-Optimierung in China.
Sportliche Erfolge, schwacher Kurs
Auf der Rennstrecke lieferte die Marke am Wochenende ebenfalls ab: Das BMW M Team WRT holte in Laguna Seca im Rahmen der IMSA SportsCar Championship mit dem BMW M Hybrid V8 Platz 3, nachdem das Fahrzeug von Startplatz zehn aufgeholt hatte. In der Klasse IMPC siegte ein BMW M4 GT4 EVO.
Der Kontrast zwischen operativer Präsenz und Kursverlauf bleibt dennoch groß. Die Automobilbranche insgesamt kämpft mit der chinesischen Nachfrageschwäche: Volkswagen musste am Wochenende einen Gewinneinbruch von 33 Prozent im zweiten Quartal vermelden, nachdem die China-Verkäufe um ein Drittel eingebrochen waren. Bei Porsche brach der operative Gewinn im vergangenen Jahr sogar um 98 Prozent ein. Diese Zahlen liefern den Hintergrund, vor dem auch BMW-Anleger die Risiken des chinesischen Marktes neu bewerten – ungeachtet der technisch ambitionierten Neue-Klasse-Offensive.
Mit einem RSI von 30,7 gilt die Aktie charttechnisch als überverkauft, was kurzfristig Gegenbewegungen begünstigen kann. Ob das reicht, um den Abwärtstrend seit Jahresbeginn zu brechen, hängt maßgeblich davon ab, wie schnell sich die China-Nachfrage für die deutschen Autobauer stabilisiert.
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