Der Münchner Automobilhersteller BMW zieht das Tempo bei der weltweiten Einführung seiner neuen Elektromodelle an. Auf dem US-Markt startete die Auslieferung des neuen iX3 50 xDrive am 16. September und damit vor dem ursprünglich anvisierten Datum am 25. September.
Medienberichten zufolge reagierte das Unternehmen mit dem vorverlegten Liefertermin auf eine starke Nachfrage der amerikanischen Kunden. Das Modell wird in den Vereinigten Staaten zu einem Einstiegspreis von 61.500 USD angeboten.
Mit der vorgezogenen Premiere in Nordamerika setzt der Konzern seine internationale Modelloffensive fort. Der US-Markt zählt für die Münchner zu den wichtigsten Absatzgebieten, um sich auch im Segment höherpreisiger Elektrofahrzeuge Marktanteile gegen die Konkurrenz zu sichern.
Hohe Nachfrage trifft auf Auslastungsgrenzen
Auf dem europäischen Heimatmarkt zeichnet sich für die Baureihe bereits ein reger Zuspruch ab. Ein Jahr nach der Markteinführung liegen für den iX3 in Europa bereits 100.000 Bestellungen vor. Das hohe Ordervolumen verlangt den Produktionskapazitäten der Münchner eine deutliche Beschleunigung ab.
Um die Fertigung zu forcieren, reagierte das Unternehmen im ungarischen Werk Debrecen. Dort wurde ab September ein Dreischichtbetrieb eingeführt, womit die Fertigungslinien rund um die Uhr laufen. Zwischen dem Beginn der Serienproduktion und dem Volllastbetrieb im Drei-Schicht-System vergingen acht Monate. Laut Unternehmensangaben handelt es sich dabei um das schnellste Hochlauftempo in der bisherigen Konzerngeschichte.
Margendruck überschattet die Absatzerfolge
Während die neuen Elektromodelle auf Kundeninteresse stoßen, zeigt sich die Ertragsseite des Konzerns spürbar belastet. Vor über einem Monat senkte BMW die Jahresprognose für das Geschäftsjahr 2026. Vor allem die Profitabilität im Automobilbau geriet unter Druck: Für die operative EBIT-Marge in der Kernsparte erwartet das Management im Gesamtjahr nur noch einen Wert von 1 bis 3 Prozent.
Die Halbjahresbilanz verdeutlichte diesen Trend. Im zweiten Quartal sank die operative Marge im Automobilbereich auf 2,3 Prozent. Gleichzeitig verringerte sich der Vorsteuergewinn des Konzerns im ersten Halbjahr um 29,4 Prozent auf 4.045 Millionen Euro.
Führungswechsel und schwache Kursentwicklung
Um den internen Wandel zu begleiten, vollzog BMW auch im Vorstand eine Neubesetzung. Zum 1. September übernahm Dorothea von Boxberg die Position als Vorständin für Personal und Immobilien sowie als Arbeitsdirektorin. Sie folgt in dieser Funktion auf Ilka Horstmeier. Von Boxberg war zuvor Vorstandsvorsitzende von Brussels Airlines und leitete davor als Vorstandsvorsitzende sowie Finanzchefin die Geschäfte von Lufthansa Cargo.
Am Aktienmarkt spiegeln sich die gesenkten Ertragserwartungen in einer anhaltenden Schwäche wider. Das Wertpapier beendete den Handel am gestrigen Montag bei einem Schlusskurs von 60,40 Euro. Seit dem Jahresanfang verzeichnet die Aktie damit einen Kursverlust von 35 Prozent.
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