BMW Aktie: IG Metall ruft Dingolfing zum Streik

Symbolbild, KI-generiert

Die IG Metall fordert fünf Prozent mehr Lohn, während die Arbeitgeber Einmalzahlung und spätere Tariferhöhung anbieten.

Auf einen Blick:
  • Dingolfinger Spätschicht endet früher
  • IG Metall verlangt fünf Prozent mehr Lohn
  • Arbeitgeber bieten einmalig ein Prozent
  • Weitere Warnstreiks bleiben möglich

Im Tarifstreit der bayerischen Metall- und Elektroindustrie bewegt sich etwas, wenn auch nur formal. Nach einer Woche täglicher Warnstreiks wollen Gewerkschaft und Arbeitgeber am Montag wieder verhandeln. Auch beim Autobauer BMW legten Beschäftigte die Arbeit nieder.

Streik im Stammwerk

Die IG Metall hatte für heute Zehntausende Beschäftigte in 105 bayerischen Betrieben zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Im BMW-Werk Dingolfing sollte die Spätschicht zweieinhalb Stunden früher ins Wochenende gehen. Der Produktionsausfall dürfte damit überschaubar bleiben.

Kundgebungen waren unter anderem bei Siemens Healthineers in Kemnath und bei Bosch Rexroth in Elchingen geplant. Im Raum Nürnberg sollten in mehr als 30 Betrieben die Spät- und Nachtschichten komplett ausfallen.

Weit auseinanderliegende Positionen

Die dritte Verhandlungsrunde findet im Münchner Gewerkschaftshaus statt. Eine schnelle Einigung zeichnet sich allerdings nicht ab. Verhandlungsführer Horst Ott forderte die Arbeitgeber auf, die Signale der Beschäftigten nicht zu überhören und nachzubessern.

Die IG Metall verlangt einen einjährigen Tarifvertrag mit fünf Prozent mehr Lohn. Die Arbeitgeber bieten für das kommende Jahr eine Einmalzahlung von einem Prozent des Bruttojahresgehalts. Für 2028 stellen sie eine Tariferhöhung von 1,3 Prozent in Aussicht. Beides liegt unter der Inflationsrate.

Der Arbeitgeberverband vbm verweist auf die schlechte wirtschaftliche Lage vieler Unternehmen. Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt forderte von der Gewerkschaft weniger Streiks und mehr Lösungswillen.

Belastung für einen angeschlagenen Konzern

Für BMW kommt der Konflikt zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Der Konzern hatte zuletzt die Prognose für die Automarge gesenkt, zudem stufte S&P das Rating herab. Höhere Lohnkosten oder weitere Produktionsunterbrechungen würden die Margen zusätzlich belasten.

Am Montag zeigt sich, ob die Arbeitgeber ihr Angebot aufstocken. Ohne Annäherung drohen in der Folge weitere Warnstreiks, auch in den bayerischen BMW-Werken.

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