Liebe Leserin, lieber Leser,
nach ihrem bösen Absturz zwischen Mai und Juli hatte sich die Aktie von BMW wieder gefangen, tendierte seitdem jedoch lange seitwärts. Erst in der vergangenen Woche kam wieder etwas Leben in den Automobil-Titel, als er erstmals seit Mai einen Kurs von 62,72 Euro erreichte. Halten konnte die BMW-Aktie diese Bewertung allerdings nicht, seit Wochenbeginn ging es mit dem Gesamtmarkt wieder abwärts auf zeitweilig weniger als 60 Euro. Ein echter Ausbruch mag ihr nicht gelingen – trotz einer wahrlich gewagten Prognose eines Experten.
Deutsche Bank bestätigt BMW-Kursziel bei 90 Euro
Denn am Mittwoch meldete sich Tim Rokossa von Deutsche Bank Research – und hat BMW mit einem Kursziel von 90 Euro auf „Buy“ belassen. Damit sieht der Analyst ein mittelfristiges Aufwärtspotenzial von rund 50 Prozent. Der Ende September anstehende Kapitalmarkttag dürfte die eher evolutionäre als revolutionäre Strategie des Autobauers unterstreichen, schrieb er laut Medienberichten in seiner Einschätzung. Wichtige strategische Initiativen zum Stellenabbau und einer höheren Effizienz seien schon bekannt, was das Überraschungspotenzial begrenze.
Jedoch: Mit der guten Barmittelentwicklung und einer robusten Bilanz hebe BMW sich weiter „entscheidend positiv von der Konkurrenz ab“, wie Rokossa befand. Es würde allerdings nicht überraschen, wenn BMW angesichts des schwierigen Branchenumfelds die Erreichung der mittelfristigen Margenzielspanne um zwei Jahre bis Anfang der 2030er Jahre verschieben würde, so der Analyst.
Unterschiedlichste Prognosen für BMW-Aktie
Das hinderte ihn allerdings nicht daran, das derzeit höchste Kursziel aller Beobachter aufzurufen. Im Schnitt liegt die Prognose für die BMW-Aktie laut marketscreener.com derzeit bei 72,62 Euro, was immerhin noch knapp 20 Prozent Kurszuwachs verspricht. Allerdings sind sich die Analysten keineswegs einig, was die künftige Entwicklung anbetrifft. Insbesondere zwei Häuser sehen laut finanzen.net keinerlei Luft mehr nach oben:
- Bernstein Research: 82,00 EUR,
- DZ BANK: 60,00 EUR
- RBC Capital Markets: 60,00 EUR
- Jefferies: 70,00 EUR
- Goldman Sachs: 82,00 EUR
DZ Bank hatte ihre Erwartungen gesenkt
So hatte die DZ Bank den fairen Wert für BMW Ende August von 65 auf 60 Euro gesenkt und die Einstufung auf „Halten“ belassen. Der Premium-Autobauer adressiere mit seiner „Neuen Klasse“ – einer rein elektrischen Fahrzeuggeneration – die wichtigen Themen E-Mobilität und Autonomes Fahren, schrieb Michael Punzet am Donnerstag der Vorwoche. Diese Fortschritte würden jedoch „durch die Marktschwäche in China und die angekündigten Effizienzmaßnahmen des Autobauers überschattet“, wie er seine Abstufung rechtfertigte.
Auch die die kanadische Bank RBC senkte das Kursziel für die BMW-Aktie, hier von 62 auf 60 Euro, mit annähernd derselben Begründung: Generell bleibe er für die EU-Automobilhersteller vorsichtig, wie Analyst Tom Narayan in der Woche zuvor schrieb. Als Belastungsfaktoren nannte er den abgeschwächten chinesischen Absatzmarkt und den zunehmenden Wettbewerb in Europa.
BMW-Aktie fast 40 Prozent unter Höchststand
Das US-Analysehaus Bernstein Research schlug sich hingegen ins Lager der Optimisten: Stephen Reitman sieht in Presseberichten über das immense Interesse am neuen, in China gebauten iX3 der neuen Plattform „ein zart flackerndes Lichtlein am Ende des Tunnels“, wie er Ende der Vorwoche wissen ließ. Er verwies zudem auf eine „leicht optimistische Aussage des Chefs der größten Händlergruppe China Meidong Auto Holding“. In der Folge beließ er die Einstufung für BMW mit einem Kursziel von 82 Euro auf „Outperform“, was einem Aufwärtspotenzial von gut einem Drittel entspricht.
Wirklich nachhaltig gezündet aber hat weder seine Einschätzung noch die von der Deutschen Bank vom Mittwoch. Zwar konnte sich die BMW-Aktie von ihrem Tiefstand, ausgebildet Ende Juni bei 56,40 Euro, ein wenig absetzen. Seit ihrem Höchststand von knapp 98 Euro Anfang Dezember 2025 hat sie jedoch noch immer fast 40 Prozent an Wert eingebüßt.
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