BMW Aktie: EBIT-Marge auf 1 bis 3 Prozent gesenkt

BMW treibt E-Motoren-Produktion voran, senkt aber die Jahresziele. Analysten sehen trotz Kursverlusten Potenzial bei der Aktie.

Auf einen Blick:
  • E-Motoren-Werk auf Zweischichtbetrieb hochgefahren
  • Gewinnprognose für 2026 deutlich gesenkt
  • Starke Verkäufe in USA und Deutschland
  • Analysten bewerten Aktie als günstig

BMW baut gerade die Fabrik für die Zukunft aus. Gleichzeitig kämpft der Konzern mit einer Gewinnwarnung und einem Aktienkurs nahe am Jahrestief. Diese beiden Bilder passen nicht zusammen — und genau das macht die aktuelle Lage bei BMW so spannend.

Die Aktie legte am Freitag um 0,68 Prozent zu und steht bei 58,84 Euro. Vom 52-Wochen-Tief bei 57,06 Euro, erreicht erst am 30. Juni, trennen nur noch gut drei Prozent. Seit Jahresbeginn hat der Titel fast 39 Prozent verloren, der RSI von 33,4 signalisiert eine überverkaufte Aktie.

Meilenstein in der Motorenproduktion

Am Standort Steyr in Oberösterreich hat BMW die Produktion massiv hochgefahren. Die Fertigung der E-Motoren läuft jetzt im Zweischichtbetrieb. Damit steigt die Kapazität auf über 4.000 Einheiten pro Woche.

Das Werk baut die Antriebe der sechsten Generation. Diese Motoren treiben den vollelektrischen BMW iX3 an, dessen Serienstart für Sommer 2026 geplant ist. Werkleiter Harald Gottsche nannte den Schichtstart einen entscheidenden Meilenstein für den globalen Rollout der neuen Architektur.

Starke Märkte, schwache Prognose

In Deutschland und den USA läuft das Geschäft gut. BMW meldete für Juni 26.119 Neuzulassungen in Deutschland, ein Plus von 18,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In den USA stieg der Absatz im zweiten Quartal um 13,0 Prozent auf rund 102.700 Fahrzeuge.

China bremst dagegen den Konzern aus. In den ersten fünf Monaten des Jahres fiel der Absatz erstmals seit der Pandemie unter 200.000 Fahrzeuge. Diese Schwäche und die Folgen des Nahost-Konflikts zwangen CEO Milan Nedeljković zur Kurskorrektur.

Das Management senkte die Ziele für 2026 deutlich. Die EBIT-Marge im Automobilsegment soll nun bei 1 bis 3 Prozent liegen, zuvor waren 4 bis 6 Prozent geplant. Der freie Cashflow soll noch über 2,5 Milliarden Euro liegen, vorher standen über 4,5 Milliarden Euro im Plan. Beim Vorsteuerergebnis rechnet BMW nun mit einem deutlichen Rückgang.

Analysten sehen Kaufgelegenheit

Trotz der gesenkten Prognose bleiben mehrere Analysehäuser optimistisch. Die DZ Bank hält an ihrer Kaufempfehlung fest und nennt einen fairen Wert von 75 Euro. Die LBBW hob ihr Kursziel zuletzt sogar leicht auf 85 Euro an.

Beide Häuser verweisen auf die niedrige Bewertung. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei etwa sieben. Die Dividende von 4,40 Euro je Aktie ergibt beim aktuellen Kurs eine Rendite von rund 7,5 Prozent.

Zum 30. Juni 2026 hat BMW zudem einen strukturellen Schritt vollzogen: Die Vorzugsaktien wurden vollständig in Stammaktien umgewandelt.

Am heutigen Freitag findet ein Pre-Close Call statt. Investoren erwarten dort Details zur Preisstrategie in China und zum Stand des Effizienzprogramms, das rund 7.700 Stellen abbauen soll. Die vollständige Halbjahresbilanz legt der Vorstand planmäßig am 30. Juli 2026 vor.

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