BMW treibt sein Aktienrückkaufprogramm unbeirrt voran, während sich im Vorstand ein personeller Wechsel vollzieht. In der Woche vom 17. bis 23. August erwarb der Konzern 608.831 Stammaktien über Xetra zu durchschnittlich rund 58 Euro – Teil des laufenden Rückkaufprogramms 2025/2027. Der Kurs bewegt sich damit weiterhin in unmittelbarer Nähe seines 52-Wochen-Tiefs von 56,40 Euro und liegt aktuell bei 57,98 Euro, ein Minus von 0,4 Prozent zum Vortag.
Wechsel im Personalvorstand
Zum 1. September übernimmt Dorothea von Boxberg das Vorstandsressort Personal und Immobilien und folgt damit auf Ilka Horstmeier. Die Personalie war bereits am 13. Mai offiziell bekanntgegeben worden – deutlich früher, als es zuletzt in der öffentlichen Wahrnehmung erschien.
Die 52-jährige Managerin tritt ihr Amt in einer Phase an, in der BMW seine Belegschaft massiv umbaut: Ab Oktober startet ein freiwilliges Abfindungsprogramm, das bis Ende 2027 rund 8.000 Stellen abbauen soll. Von weltweit etwa 154.000 Beschäftigten arbeiten rund 85.000 in Deutschland, dort soll mehr als die Hälfte der Streichungen anfallen.
Der Führungswechsel reiht sich in eine umfassendere Neuordnung an der Konzernspitze ein. Bereits im Mai hatte Milan Nedeljković den Vorstandsvorsitz von Oliver Zipse übernommen. Für Anleger ist die Kontinuität an der Spitze in einer ohnehin angespannten Phase ein Signal: Die operative Ausrichtung bleibt in erfahrenen Händen, während der Konzern gleichzeitig Kosten senkt und sich neu strukturiert.
Rückkaufprogramm trotz Gewinndrucks
Dass BMW mitten in einer Ergebniskrise weiter Aktien zurückkauft, mag auf den ersten Blick widersprüchlich wirken. Der Konzern hatte im Juli für das zweite Quartal einen Gewinneinbruch von rund 35 Prozent gemeldet, das operative Ergebnis im Automobilgeschäft war um mehr als 60 Prozent auf 629 Millionen Euro eingebrochen.
Besonders der chinesische Markt belastete: Im zweiten Quartal wurden dort nur noch 117.815 Fahrzeuge ausgeliefert, ein Rückgang von 30,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Das Rückkaufprogramm signalisiert dennoch, dass der Vorstand trotz der operativen Schwäche an der langfristigen Werthaltigkeit der Aktie festhält und Kapital an die Anteilseigner zurückführt, statt es zu horten.
Der aktuelle Kurs notiert rund 2 Prozent oberhalb des 52-Wochen-Tiefs vom Juli und damit deutlich unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 77,69 Euro – ein Abstand von 25 Prozent, der die Skepsis der Anleger gegenüber der kurzfristigen Ertragslage widerspiegelt.
Strukturwandel läuft parallel
Während die Führungsspitze neu besetzt wird, treibt BMW auch operative Veränderungen voran. In München startete Anfang August die Serienproduktion des vollelektrischen i3, die Fertigungskosten am Standort sollen dadurch um 10 Prozent sinken.
Zugleich verschob der Konzern die geplante Einführung des Agenturmodells im deutschen Handel erneut, nun frühestens auf den 1. Juli 2028 – ein Zeichen dafür, dass BMW an mehreren Fronten gleichzeitig umbaut: Vertrieb, Produktion und Führungsstruktur.
Für Investoren bleibt die Gemengelage unübersichtlich: Kontinuität im Rückkauf und an der Spitze auf der einen Seite, ein tiefgreifender Sparkurs mit Stellenabbau und Marktschwäche in China auf der anderen. Der Personalwechsel im Vorstand dürfte daran zunächst wenig ändern, signalisiert aber, dass BMW die Transformation mit einem erweiterten Führungsteam angehen will.
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