BMW braucht eine neue Personalchefin. Und der Aufsichtsrat holt sich dafür jemanden von außen. Der Konzern hat Dorothea von Boxberg zur neuen Personalvorständin und Arbeitsdirektorin berufen. Sie startet am 1. September 2026.
Die Personalie fällt in eine schwierige Phase für BMW. Erst im Juni hatte der Konzern seine Prognose für die operative Marge im Automobilgeschäft auf nur noch ein Prozent gesenkt. Im zweiten Quartal lieferte BMW zudem 4,9 Prozent weniger Fahrzeuge aus als im Vorjahr. Der Rückgang liegt vor allem an der Schwäche in China, seit Jahren eine tragende Säule für die Münchner.
Eine Managerin mit Sanierungserfahrung
Von Boxberg wechselt von der Lufthansa-Tochter Brussels Airlines nach München, wo sie aktuell als CEO arbeitet. Davor war sie Vorstandsvorsitzende und CFO bei Lufthansa Cargo. Sie folgt auf Ilka Horstmeier, die ihr Amt im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat niederlegt.
Aufsichtsratschef Nicolas Peter begründet die Wahl mit ihrer Erfahrung in Transformationsprozessen und ihrem „Blick von außen“. Vorstandschef Milan Nedeljković sieht darin die Chance, Strukturen und Arbeitsweisen an die veränderten Marktbedingungen anzupassen. Die Botschaft ist klar: BMW will frischen Wind im Personalressort, gerade jetzt.
Die neue Personalchefin übernimmt damit eine der heikelsten Aufgaben im Konzern. Sie soll die Belegschaft durch den Wandel zur Elektromobilität führen. Gleichzeitig muss sie das laufende Sparprogramm personalpolitisch begleiten, ohne die Innovationskraft zu schwächen.
Verhandlungen ohne Stellenabbau — bisher
Anders als Volkswagen, das bereits deutlichere Stellenstreichungen angekündigt hat, vermeidet BMW bislang harte Einschnitte. Der Konzern verhandelt aber intensiv über die künftige Aufstellung der Belegschaft. Wie weit diese Gespräche gehen, bleibt offen — genau hier wird von Boxbergs Erfahrung aus zwei Sanierungsfällen im Lufthansa-Konzern zum Test.
An der Börse blieb die Reaktion verhalten. Die Aktie notiert bei 58,86 Euro, ein Plus von 0,14 Prozent zum Vortag. Seit Jahresbeginn hat der Titel aber 38,64 Prozent verloren und liegt derzeit nur knapp über seinem 52-Wochen-Tief von 56,72 Euro, markiert erst am Mittwoch dieser Woche.
Von Boxberg tritt ihr Amt in einem Konzern an, der zwischen Sparzwang und Zukunftsinvestitionen einen Balanceakt vollzieht. Wie schnell sie dabei Ergebnisse liefert, dürfte sich vor allem an zwei Punkten zeigen: der Entwicklung der Marge im Automobilgeschäft und dem Ausgang der laufenden Verhandlungen über die Personalstruktur.
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