BMW Aktie: Dorothea von Boxberg neue Personalvorständin

BMW bereitet Abbau von bis zu 7.500 Stellen vor und beruft Dorothea von Boxberg zur Personalvorständin. Analysten zeigen sich gespalten.

Auf einen Blick:
  • Bis zu 7.500 Arbeitsplätze betroffen
  • Neue Personalchefin ab September
  • Rückruf von über 744.000 Fahrzeugen
  • Aktienrückkaufprogramm läuft weiter

BMW steckt mitten in einem tiefgreifenden Umbau. Nach der massiven Gewinnwarnung im Juni bereitet der Konzern den Abbau von bis zu 7.500 Arbeitsplätzen vor. Verhandlungen mit dem Betriebsrat über Abfindungsprogramme und Altersteilzeit sollen bis Ende Juli konkretisiert werden, wie Medienberichten zufolge zu erfahren war. Der Sparkurs trifft einen Autobauer, dessen China-Geschäft seit Monaten schwächelt und dessen Aktie zuletzt neue Tiefstände markierte.

Neue Personalchefin ab September

Parallel zum Stellenabbau vollzieht BMW einen Wechsel an der Vorstandsspitze für Personalfragen. Der Aufsichtsrat beruft Dorothea von Boxberg, zuvor Chefin von Brussels Airlines, mit Wirkung zum 1. September zur neuen Personalvorständin und Arbeitsdirektorin, berichtet die Deutsche Presse-Agentur. Sie folgt auf Ilka Horstmeier, die ihr Amt vorzeitig abgibt. Der Zeitpunkt ist bemerkenswert: Ausgerechnet während der heikelsten Sozialverhandlungen der jüngeren Konzerngeschichte übernimmt eine branchenfremde Managerin das Ressort.

Auch technologisch treibt BMW Veränderungen voran. Im Werk Landshut hat das Unternehmen ein neues Zentrum für sogenannte Physical AI in Betrieb genommen, das den Einsatz humanoider Roboter in der Fahrzeugproduktion mittels Machine-Learning-Verfahren vorantreiben soll, wie Medienberichten zufolge bekannt wurde.

Rückruf und Aktienrückkauf laufen weiter

Operativ meldete das Kraftfahrt-Bundesamt einen überwachten Rückruf für weltweit 744.234 Fahrzeuge, davon 42.300 in Deutschland. Grund sind Ablagerungen im Starterrelais, die eine Brandgefahr auslösen können; betroffen sind diverse Baureihen der Produktionsjahre 2020 bis 2026, wie Medienberichten zufolge berichtet wurde.

Unabhängig davon läuft das Aktienrückkaufprogramm 2025/2027 weiter. Zwischen dem 13. und 19. Juli erwarb BMW nach eigenen Angaben 510.000 eigene Stammaktien zu einem Durchschnittskurs von rund 58,17 Euro. Zudem ist die technische Umwandlung sämtlicher Vorzugsaktien in Stammaktien, die im Mai von der Hauptversammlung beschlossen wurde, Ende Juni erfolgreich abgeschlossen und ins Handelsregister eingetragen worden.

Analysten zwischen Vorsicht und Zuversicht

Die Bank HSBC stufte die Aktie am 17. Juli von „Hold“ auf „Buy“ hoch, senkte aber gleichzeitig das Kursziel von 79 auf 71 Euro. Analyst Mike Tyndall begründete dies damit, dass die Senkung der Jahresziele im Juni die China-Risiken bereits weitgehend eingepreist habe. Die Deutsche Bank Research bekräftigte am 14. Juli ihre Einstufung „Buy“ mit einem Kursziel von 90 Euro und verwies auf die Erwartung einer Bodenbildung nach den schwachen Volumendaten des zweiten Quartals. JPMorgan-Analyst Jose Asumendi bestätigte am 13. Juli das Rating „Overweight“ mit einem Kursziel von 82 Euro und nannte den hohen Auftragsbestand für die Modelle der „Neuen Klasse“ als positiven Faktor.

Aktie nahe am Jahrestief

Der Kurs spiegelt die Unsicherheit wider. Am Dienstag schloss die Aktie bei 57,82 Euro, ein Minus von 0,52 Prozent auf Tagessicht. Damit liegt sie nur noch 1,94 Prozent über ihrem 52-Wochen-Tief vom 15. Juli. Seit Jahresbeginn hat das Papier 38,03 Prozent an Wert verloren. Im ursprünglich für 2026 angepeilten Korridor von 4 bis 6 Prozent EBIT-Marge im Automobilsegment hatte der Vorstand im Juni bereits eine Senkung auf 1 bis 3 Prozent verkündet, mit der beschleunigten Absatzschwäche in China als Hauptgrund. Am 30. Juli veröffentlicht BMW den Halbjahresbericht zum 30. Juni 2026; im anschließenden Analysten-Call wird CEO Milan Nedeljković Rede und Antwort stehen müssen, ob sich die schwierige Lage im zweiten Halbjahr stabilisiert.

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