Die schlechten Nachrichten bei BMW reißen einfach nicht ab. Nach Handelsschluss am Dienstag kam der nächste Hammer. Die Münchner kappen ihre Prognose erneut und erwarten jetzt eine operative Marge im Kerngeschäft zwischen -0,5 % und 0,5 %. Das ist praktisch null. Noch vor fünf Jahren lag diese Kennzahl im zweistelligen Bereich.
Die Aktie reagierte prompt und verlor nachbörslich auf Tradegate weitere 3,4 %. Damit droht die kleine Erholung der vergangenen Wochen schon wieder zu Ende zu gehen. Mit einem Minus von 38 % seit Jahresbeginn ist BMW der mit Abstand schwächste DAX-Wert. Selbst die Krisenfälle Volkswagen und Mercedes-Benz stehen besser da.
Im dritten Quartal fiel das Ergebnis vor Steuern um 11 % auf 2,1 Mrd. Euro. Das entsprach zwar den Erwartungen der Analysten, doch die operative Marge im Autogeschäft sackte von 5,2 % im Vorjahr auf nur noch 3,4 % ab. Immerhin lag dieser Wert knapp über der Analystenschätzung von 3,1 %.
Restrukturierung wird verschärft und beschleunigt
Der Grund für die neuerliche Prognosesenkung liegt in massiven Restrukturierungskosten, die im vierten Quartal anfallen werden. BMW streicht 8.000 Stellen in Deutschland und will dieses Programm jetzt schneller durchziehen als ursprünglich geplant. CEO Milan Nedeljkovic spricht von „Entschlossenheit und schneller Umsetzung“. Die Managementebenen sollen ebenfalls schneller reduziert werden.
Dazu kommt, dass BMW ältere Elektromodelle früher aus dem Programm nimmt als geplant. Die Nachfrage nach den neuen Modellen der „New Class“ sei stark, heißt es. Ohne die Sondereffekte aus Restrukturierung und Portfolio-Bereinigung würde BMW immerhin noch eine Marge von über 2 % erwarten.
Auch bei den Auslieferungen musste BMW zurückrudern. Statt eines leichten Rückgangs erwartet das Unternehmen jetzt einen moderaten Absatzrückgang zwischen 5 % und knapp 10 %. Das schwache China-Geschäft belastet weiter massiv. Für Anleger wird es immer schwieriger, an eine schnelle Trendwende zu glauben. Die Probleme sind strukturell und werden sich nicht von heute auf morgen lösen lassen.
Stand heute, 04. November: BMW – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in BMW investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 04. November gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.
