BMW Aktie: China bricht um 30,2 Prozent ein

BMW verzeichnet starke Absatzrückgänge in China, während Europa und USA zulegen. Der iX3 als Hoffnungsträger kann den Abwärtstrend bisher nicht stoppen.

Auf einen Blick:
  • China-Absatz um 20 Prozent gefallen
  • Europa und USA legen zu
  • E-Auto-Verkäufe steigen leicht
  • Gewinnprognose bereits gesenkt

BMW kämpft an zwei Fronten gleichzeitig. In Europa und den USA legt der Autobauer beim Absatz zu. In China bricht das Geschäft ein. Die Aktie notiert bei 58,40 Euro und damit nur knapp über ihrem Jahrestief von 56,72 Euro vom 15. Juli.

Halbjahreszahlen zeigen China-Schwäche

BMW lieferte im ersten Halbjahr 2026 weltweit rund 1,15 Millionen Fahrzeuge aus. Das ist ein Rückgang von 4,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Allein im zweiten Quartal sanken die Auslieferungen um 4,9 Prozent auf 590.962 Fahrzeuge.

Die Kernmarke BMW traf es noch härter. Sie kam auf 508.675 Einheiten, ein Minus von 7,7 Prozent. Der Grund liegt fast ausschließlich in Asien.

Der Blick auf die Regionen zeigt die Kluft deutlich. Europa steigerte den Absatz auf rund 496.700 Fahrzeuge, die USA kamen auf etwa 200.700 Einheiten. China dagegen brach um 20,4 Prozent auf 261.800 Fahrzeuge ein.

Im zweiten Quartal allein betrug der Rückgang in China sogar 30,2 Prozent. BMW-Vorstand Jochen Goller kommentierte: „Trotz weltweiter Herausforderungen konnten wir in den USA und Europa unseren Absatz steigern.“ Zum China-Einbruch äußerte er sich nicht.

Elektrogeschäft als Lichtblick

Bei den E-Autos läuft es besser. Im zweiten Quartal stieg der Absatz elektrifizierter Modelle um 0,8 Prozent auf 162.870 Fahrzeuge. Treiber ist Europa, wo der neue iX3 zuerst verfügbar ist.

Dort legte der E-Auto-Absatz um 38 Prozent auf 81.400 Einheiten zu. Auch die Marke Mini läuft rund: Sie steigerte ihre Auslieferungen um 17,1 Prozent auf 81.035 Fahrzeuge.

Gewinnwarnung bleibt Belastung

Im Juni senkte BMW die Prognose für die operative Marge im Automobilsegment. Statt 4 bis 6 Prozent erwartet der Konzern nun nur noch 1 bis 3 Prozent für 2026. Als Gründe nannte BMW die Schwäche in China, den Nahostkonflikt, höhere Energiekosten und ein schwächeres Konsumentenvertrauen.

Trotzdem hält der Konzern an zentralen Finanzzielen fest. Der Free Cashflow im Automobilsegment soll weiterhin über 2,5 Milliarden Euro liegen. Auch die Ausschüttungsquote von 30 bis 40 Prozent und das laufende Aktienrückkaufprogramm bleiben unverändert.

Die Aktie hat diese Nachrichten längst eingepreist. Seit Jahresbeginn verlor sie 37,41 Prozent an Wert.

Neue Klasse soll Wende bringen

BMW setzt seine Hoffnung auf den iX3. Das Modell startet die neue Elektroplattform des Konzerns. In Europa soll inzwischen jedes dritte bestellte vollelektrische BMW-Modell ein iX3 sein.

Die Nachfrage übersteigt die Erwartungen. Das Werk im ungarischen Debrecen läuft deshalb früher als geplant im Zweischichtbetrieb.

Am 30. Juli veröffentlicht BMW die Ergebnisse für das zweite Quartal und das erste Halbjahr. Die Zahlen dürften zeigen, ob der iX3-Hochlauf den China-Einbruch auffangen kann oder der Abwärtstrend seit dem Dezember-Hoch anhält.

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