BMW Aktie: Cashflow auf 2,5 Milliarden gekürzt

BMW senkt Prognosen für operative Marge und Cashflow massiv. Hauptgrund ist der aggressive Preiskampf in China. Analysten reagieren gespalten.

Auf einen Blick:
  • Operative Marge deutlich gesenkt
  • Freier Cashflow halbiert sich
  • Preiskampf in China als Hauptgrund
  • Analysten uneins über Folgen

Die operative Marge schmilzt, der Cashflow bricht ein. BMW liefert eine massive Gewinnwarnung ab und schickt die eigene Aktie auf ein Mehrjahrestief. Im Hintergrund tobt ein aggressiver Preiskampf in China.

Marge bricht massiv ein

Der Münchner Autobauer kappt seine Ziele für das laufende Jahr drastisch. Im Automobilgeschäft erwartet das Management nur noch eine operative Marge zwischen eins und drei Prozent. Zuvor lag der Zielkorridor deutlich höher.

Parallel dazu schrumpft der freie Cashflow. BMW rechnet hier nur noch mit 2,5 Milliarden Euro. Ursprünglich peilte der Konzern fast den doppelten Wert an.

Als Hauptgrund nennt das Unternehmen den schwachen Absatzmarkt in China. Dort tobt ein intensiver Preiswettbewerb. Hinzu kommen geopolitische Unsicherheiten im Nahen Osten. Außerdem verteuern steigende Rohstoffkosten die Produktion. Vor allem ein drohender Kupferengpass könnte E-Autos künftig stark belasten.

Analysten völlig uneins

An der Wall Street spaltet die Nachricht die Experten. Goldman Sachs hält an einer Kaufempfehlung fest. Analyst Christian Frenes senkte sein Kursziel zwar auf 84 Euro. Er hält den Kurssturz aber für überzogen. Sein Argument: Die Nettoliquidität von BMW übersteigt aktuell den gesamten Börsenwert. Der Markt bewerte das operative Geschäft somit quasi negativ.

JPMorgan sieht das völlig anders. Die Analysten werten die gekappten Ziele als Weckruf für die gesamte Autobranche. Europäische Premiumhersteller können in China preislich schlicht nicht mithalten. Die Folge: Berenberg reagierte ebenfalls negativ und stufte die Papiere auf „Halten“ ab. Das neue Kursziel liegt bei 69 Euro.

Gegenmaßnahmen und Charttechnik

BMW versucht nun gegenzusteuern. Der Konzern zog den Bestellstart für den neuen i3 auf den gestrigen 18. Juni vor. Derweil bereitet die EU offenbar neue Einfuhrzölle auf chinesische Plug-in-Hybride vor. Davon könnten indirekt auch europäische Marken profitieren.

An der Börse half das bisher wenig. Die Aktie rutschte auf rund 60 Euro ab. Das entspricht einem massiven Kursverlust seit Januar. Der Titel notiert damit weit unter seiner 200-Tage-Linie.

Die charttechnische Lage bleibt hochgradig angespannt. Marktbeobachter sehen eine letzte kritische Unterstützung knapp unter der aktuellen Kursmarke. Bricht dieses Level nachhaltig, droht ein weiterer Absturz. Quantitative Modelle berechnen dann ein tiefes Abwärtsziel von bis zu 52 Euro. Dieser Test dürfte in den nächsten vier Wochen anstehen.

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