BMW baut bis Ende 2027 rund 8.000 Arbeitsplätze ab. Das Programm trifft überwiegend Standorte in Deutschland und betrifft vor allem Bereiche außerhalb der Produktion – Verwaltung, Entwicklung und Einkauf. Die Einigung zwischen Management und Arbeitnehmervertretern kam am 30. Juli zustande, wie aus Konzernkreisen bekannt wurde. Betriebsbedingte Kündigungen sind ausgeschlossen, der Konzern setzt auf ein freiwilliges Abfindungsprogramm.
Sparprogramm soll ab 2028 eine Milliarde Euro bringen
Der Stellenabbau ist Teil eines größeren Sparkurses. Ab 2028 will BMW dadurch jährlich eine Milliarde Euro einsparen. Der Zeitpunkt ist kein Zufall: Im zweiten Quartal 2026 brach das Vorsteuerergebnis um 35,1 Prozent auf 1,697 Milliarden Euro ein, die operative Marge im Autosegment sackte auf nur noch 2,3 Prozent ab. Für einen Premiumhersteller, der einst zweistellige Renditen gewohnt war, ist das ein dramatischer Einschnitt.
Genau dieses Bild zeichnet auch eine Analyse des Handelsblatts, die BMW im Branchenvergleich einordnet. Die unbereinigte Ebit-Marge im Pkw-Geschäft lag bei BMW im ersten Halbjahr 2026 bei 3,6 Prozent – vor drei Jahren waren es noch 10,6 Prozent. Damit liegt der Münchner Konzern inzwischen unter Volumenherstellern wie Volkswagen (4,1 Prozent), General Motors (3,8 Prozent) und Hyundai-Kia (5,4 Prozent). Der operative Gewinn ist seit 2023 um 70 Prozent eingebrochen. Zum Vergleich: Bei Mercedes-Benz fiel die Marge im gleichen Zeitraum von 14,3 auf 1,9 Prozent, der Gewinnrückgang beträgt dort 90 Prozent.
China bleibt die größte Baustelle
Ein zentraler Belastungsfaktor ist der chinesische Markt. Die Neuzulassungen von BMW dort sanken im ersten Halbjahr um 20 Prozent – während der Gesamtmarkt lediglich um 19 Prozent schrumpfte. Damit schneidet BMW zwar etwas besser ab als Mercedes (minus 27 Prozent) oder Volkswagen (minus 26 Prozent), verliert aber ebenso spürbar an Boden in seinem wichtigsten Wachstumsmarkt der vergangenen Jahre. Auch andere deutsche Hersteller reagieren mit Personalabbau: Mercedes plant den Abbau von 5.500 Stellen, Volkswagen sogar bis zu 100.000 im gesamten Konzern.
Die schwierige China-Lage ist dabei kein rein automobiles Phänomen. Die Dienstleisterstimmung im Land fiel im Juli auf den tiefsten Stand seit September 2024, der private Einkaufsmanagerindex sank um 3,7 Punkte auf 50,4 Zähler und verfehlte damit deutlich die Erwartungen von Analysten. Für deutsche Exporteure, die auf China als Absatzmarkt setzen, verschärft sich damit ein Problem, das schon länger auf der Rendite lastet.
Aktie nahe am Jahrestief
An der Börse zeigt sich die angespannte Lage seit Monaten im Kursverlauf. Die BMW-Aktie notiert aktuell bei 59,78 Euro und gibt damit auch am heutigen Mittwoch leicht nach, um 0,23 Prozent. Seit Jahresbeginn hat das Papier 36,01 Prozent an Wert verloren. Vom 52-Wochen-Tief bei 56,40 Euro, das erst am 24. Juli markiert wurde, ist der Kurs nur noch knapp 6 Prozent entfernt – ein Zeichen dafür, wie stark der Abwärtstrend die Bewertung bereits eingepreist hat. Unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 62,36 Euro notiert die Aktie derzeit um gut 4 Prozent.
Der harte Sparkurs soll die Talfahrt bei der Profitabilität stoppen, bevor sie die Substanz des Konzerns weiter angreift. Ob die geplanten Einsparungen ab 2028 reichen, um die Margenlücke zu Volumenherstellern zu schließen, hängt maßgeblich davon ab, wie schnell sich die Nachfrage in China stabilisiert – und ob der Wettbewerbsdruck durch heimische chinesische Marken nachlässt.
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