Nach drei Gewinnwarnungen in Folge zieht BMW nun die Reißleine. Der Münchner Autobauer bereitet weitreichende Gespräche mit der Belegschaft vor. Im Raum steht ein massiver Stellenabbau. Die operative Krise fordert harte personelle Konsequenzen.
Spardruck aus China
Die wirtschaftliche Lage des Premiumherstellers verschärft sich zusehends. Hauptgrund ist die anhaltende Schwäche auf dem chinesischen Automarkt. Dort setzen lokale Anbieter BMW mit günstigen Elektroautos massiv unter Druck. Parallel dazu treibt der Nahostkonflikt die weltweiten Logistikkosten in die Höhe.
Um die Profitabilität zu sichern, greift das Management hart durch. Bis zu 7.700 Arbeitsplätze stehen offenbar auf der Kippe. Ein einmaliger Belastungseffekt im zweiten Halbjahr dürfte das Ergebnis weiter drücken.
Die Schweizer Großbank UBS reagierte bereits auf die angespannte Lage. Die Analysten senkten ihr Kursziel deutlich von 88 auf 70 Euro. Sie sehen die hohe Abhängigkeit vom chinesischen Markt als kurzfristig kaum lösbar an.
BMW steht mit diesen Problemen nicht allein da. Die gesamte deutsche Autoindustrie steckt in einer tiefen Transformation. Auch Volkswagen verteidigte kürzlich einen massiven Stellenabbau. Bis zum Jahr 2030 will der Wolfsburger Konzern bis zu 50.000 Positionen streichen.
Chartbild tiefrot
An der Börse hinterlässt die Krise tiefe Spuren. Seit Jahresbeginn verlor das Papier rund 37 Prozent an Wert. Am Freitag schloss die Aktie bei knapp über 60 Euro. Das erst am Donnerstag markierte Jahrestief von 58,80 Euro rückt gefährlich nah.
Für die kommenden Handelstage definieren folgende Daten das technische Bild:
- Abstand zur 50-Tage-Linie: -20,23 Prozent
- RSI (14 Tage): 20,5
- Volatilität (30 Tage): 30,39 Prozent
Kurz gesagt: ein hohes Risiko. Die charttechnische Lage bleibt stark angespannt. Fällt der Kurs nachhaltig unter die Marke von 58,80 Euro, droht weiterer Verkaufsdruck. Die anstehenden Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern liefern den nächsten konkreten Impuls für den Aktienkurs.
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