Auf der Rennstrecke sammelt BMW wieder Punkte. Miguel Oliveira fuhr beim Superbike-Lauf in Misano in die Top Ten. An der Börse sieht die Realität völlig anders aus. Hier kämpft der Münchner Autobauer gegen einen massiven Abwärtstrend.
Absturz ans Jahrestief
Der Schlusskurs vom Freitag bei 67,40 Euro spricht Bände. Seit Jahresbeginn hat das Papier knapp 30 Prozent an Wert verloren. Damit notiert die Aktie nur noch hauchdünn über ihrem jüngsten Jahrestief.
Ein RSI-Wert von 25,1 signalisiert einen stark überverkauften Zustand. Parallel dazu verläuft der Kurs weit unter der wichtigen 200-Tage-Linie. Die sportlichen Erfolge im Motorrad-Segment verpuffen angesichts dieser charttechnischen Schwäche.
Motorradsparte liefert mehr Gewinn
Das Zweirad-Geschäft selbst zeigt ein gemischtes Bild. Im ersten Quartal sanken die Auslieferungen um gut vier Prozent. Auch der Umsatz ging auf 779 Millionen Euro zurück. Die Profitabilität verbesserte sich indes spürbar.
Das operative Ergebnis der Sparte stieg auf 89 Millionen Euro. Dadurch kletterte die EBIT-Marge auf zweistellige 11,4 Prozent. Für das Gesamtjahr rechnet das Management mit stabilen Auslieferungen. Die Zielmarge liegt im mittleren einstelligen Bereich.
Das Autogeschäft entscheidet
Die wahre Messlatte für Investoren bleibt das Automobilsegment. Hier erzielte BMW im ersten Quartal eine EBIT-Marge von 5,0 Prozent. Das operative Ergebnis lag bei 1,34 Milliarden Euro. Der harte Wettbewerb in China belastet das Geschäft. Die Folge: ein spürbarer Preisdruck.
Hinzu kommen hohe Zölle. Diese kosteten den Konzern zuletzt 1,25 Prozentpunkte der Automobilmarge. Auch Währungseffekte und schwankende Rohstoffpreise bremsen die Entwicklung.
Der Vorstand hält dennoch an seinen Zielen für 2026 fest. Im Autogeschäft peilt BMW weiterhin eine operative Marge von vier bis sechs Prozent an. Gelingt es dem Konzern, den Preisdruck in Asien abzufedern, bietet das aktuelle Kursniveau Erholungspotenzial. Fällt die Aktie unter die Unterstützung bei 65,52 Euro, drohen weitere charttechnische Verkäufe.
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