Auf der Rennstrecke in Le Mans schreibt BMW an diesem Wochenende Geschichte. An der Börse sieht die Realität völlig anders aus. Die Aktie des Münchener Autobauers markierte in dieser Woche ein neues 52-Wochen-Tief. Starke Performance auf dem Asphalt trifft auf tiefe Skepsis am Kapitalmarkt.
Drama und Erfolg in Le Mans
Das BMW M Team feiert eine historische Premiere. Dries Vanthoor sicherte im BMW M Hybrid V8 die erste Gesamt-Pole-Position für die Marke bei dem 24-Stunden-Klassiker. Ein Regelverstoß des gegnerischen Cadillac-Teams machte den Weg auf den ersten Startplatz frei.
Am Sonntagmorgen kämpft der Autobauer in einem Dreikampf um den Gesamtsieg. Der zweite Wagen mit der Startnummer 20 jagt die führenden Teams von Toyota und Cadillac. Ein Wermutstropfen bleibt. Der Polesetter-Wagen kollidierte mit einem Konkurrenten und fiel weit zurück.
Aktie tief im roten Bereich
Investoren blicken derweil auf rote Zahlen. Die BMW-Papiere gingen am Freitag bei 67,40 Euro aus dem Handel. Seit Jahresbeginn hat der Titel fast 30 Prozent an Wert verloren. Damit notiert der Kurs nur knapp über dem jüngsten 52-Wochen-Tief von 65,52 Euro.
Ein technischer Indikator unterstreicht die aktuelle Schwäche. Der RSI-Wert liegt bei 25,1. Die Aktie gilt damit als stark überverkauft. Ein klares Signal.
Parallel dazu stützt das Management den Kurs. Der Konzern kauft massiv eigene Anteile zurück. Allein in der ersten Juniwoche erwarb BMW 630.000 Stammaktien. Das laufende Rückkaufprogramm umfasst bis zu zwei Milliarden Euro. Es läuft noch bis April 2027.
Margendruck und Quartalszahlen
Operativ weht dem Autobauer Gegenwind ins Gesicht. Für das Jahr 2026 plant BMW mit einer EBIT-Marge im Automobilsegment zwischen vier und sechs Prozent. Zölle belasten das Ergebnis voraussichtlich mit 1,25 Prozentpunkten. Der Konzerngewinn dürfte zweistellig schrumpfen.
JPMorgan-Analyst Jose Asumendi rät dennoch zum Kauf. Er bestätigt sein Kursziel von 100 Euro. Sein Fokus liegt auf den kommenden Juni-Absatzzahlen. Für das zweite Quartal erwartet er eine Automarge von fünf Prozent. Das liegt leicht unter den Markterwartungen.
Ende Juli legt BMW den nächsten Quartalsbericht vor. Dann präsentieren die Münchener die harten Fakten zur Margenentwicklung im zweiten Quartal. Übertreffen die Zahlen den Konsens von 5,5 Prozent, könnte das den massiven Abwärtstrend der Aktie stoppen.
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