Drei Gewinnwarnungen binnen wenigen Jahren, ein Absturz von fast 41 Prozent seit dem Rekordhoch im Dezember. Und jetzt versucht sich die BMW-Aktie ausgerechnet knapp über ihrem Jahrestief an einer Stabilisierung. Ob das gelingt, entscheidet sich in den kommenden Wochen.
Am Montag notiert das Papier bei 58,08 Euro, ein Minus von 0,34 Prozent zum Vortag. Auf Wochensicht steht ein Rückgang von 3,43 Prozent, auf Monatssicht sind es bereits 13,83 Prozent. Das 52-Wochen-Tief von 57,06 Euro stammt vom 30. Juni – nur 1,79 Prozent trennen die Aktie aktuell davon.
Charttechnik bleibt fragil
Nach der Gewinnwarnung im Juni brach der Kurs erneut ein. Seither versucht sich BMW an einem Boden, ein neuer Test des Tiefs blieb bisher aus. Stabil ist die Lage trotzdem nicht.
Für eine echte Entspannung braucht die Aktie einen Anstieg über 61,70 bis 62,10 Euro. Dort hat sich seit dem 18. Juni ein Widerstand gebildet. Darüber folgen weitere Hürden bei 62,96 bis 63,98 Euro und bei 65,26 bis 65,50 Euro.
Erst ein Sprung über die 50-Tage-Linie bei 68,76 Euro würde die Erholung bestätigen. Dann rückten Ziele um 71 bis 73 Euro in Reichweite, ebenso die 200-Tage-Linie bei 81,92 Euro. Nach unten gilt: Rutscht die Aktie unter 57 Euro, drohen weitere Verluste bis 51,50 Euro – im Extremfall sogar bis zum Corona-Tief von 36,60 Euro aus dem Jahr 2020.
Der RSI von 30,6 zeigt eine überverkaufte Aktie. Zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt der Abstand aktuell 29,1 Prozent. Die annualisierte Volatilität der letzten 30 Tage liegt bei 31,43 Prozent – ein Zeichen für anhaltende Nervosität am Markt.
Analysten sehen mehr Wert als der Kurs zeigt
Nach einem Pre-Close Call für institutionelle Investoren äußerten sich mehrere Analysehäuser zuversichtlicher, als es der Kursverlauf vermuten lässt. JPMorgan bestätigte die Einstufung „Overweight“ mit einem Kursziel von 82 Euro. RBC beließ sein Rating bei „Sector Perform“, das Kursziel liegt bei 84 Euro.
Beide Ziele liegen weit über dem aktuellen Niveau. Im Fokus des Investoren-Calls standen die Preisstrategie in China und der Fortschritt bei den laufenden Sparprogrammen. Konkrete Antworten lieferte der Vorstand dazu bisher nicht.
Der Halbjahresbericht als nächster Test
BMW veröffentlicht den vollständigen Halbjahresbericht im Laufe des Monats Juli. Bis dahin bleibt offen, wie der Konzern auf den anhaltenden Absatzeinbruch in China reagieren will. Genau dieser Einbruch hatte maßgeblich zur dritten Gewinnwarnung beigetragen.
Für die kommenden Handelstage bleibt die 57-Euro-Marke der entscheidende Punkt. Hält sie als Unterstützung, bekommt die Stabilisierung eine Basis. Bricht sie, öffnet sich der Weg für eine neue Verkaufswelle mit deutlich größerem Abwärtspotenzial.
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