BMW testet mit Toyota, Bosch und Repsol Benzin aus hundert Prozent erneuerbaren Quellen. Die Nachricht kommt an einem schwierigen Tag für die Aktie. Sie notiert bei 57,80 Euro, nur 1,9 Prozent über dem gerade erst markierten 52-Wochen-Tief von 56,72 Euro.
Der Pilotversuch soll zeigen, dass der neue Kraftstoff mit bestehenden Motoren und Tankstellen funktioniert. Kein Umbau nötig, keine neue Infrastruktur. Das Ziel: den Bestandsfuhrpark klimafreundlicher machen, während die Elektro-Strategie parallel weiterläuft.
Die Aktie steckt im Sinkflug
Der Kursverlauf zeigt das Ausmaß der Krise deutlicher als jede Pressemitteilung. Seit Jahresanfang hat die Aktie 39,74 Prozent verloren. Auf Zwölf-Monats-Sicht steht ein Minus von 31,37 Prozent zu Buche.
Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 97,90 Euro beträgt inzwischen fast 41 Prozent. Auch kurzfristige Indikatoren signalisieren Schwäche: Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 67,87 Euro, der 200-Tage-Durchschnitt sogar bei 81,71 Euro. Die Aktie notiert derzeit fast 30 Prozent unter ihrem langfristigen Trend.
Der RSI von 31,1 deutet auf eine überverkaufte Situation hin. Die Marktkapitalisierung liegt bei 35,3 Milliarden Euro — ein deutlicher Wertverlust gegenüber den Höchstständen vom Dezember 2025.
China bricht weg, Europa und USA legen zu
Die Absatzzahlen für das erste Halbjahr 2026 erklären den Kursverfall. BMW lieferte weltweit rund 1,15 Millionen Fahrzeuge aus. Das sind 4,2 Prozent weniger als im Vorjahr.
Der Einbruch konzentriert sich auf einen Markt: China. Dort fielen die Auslieferungen im ersten Halbjahr um 20,4 Prozent. Im zweiten Quartal beschleunigte sich der Rückgang sogar auf 30,2 Prozent.
Andere Regionen zeigen ein anderes Bild. Europa wuchs im ersten Halbjahr um 5,4 Prozent, die USA um 3,9 Prozent. Vollelektrische Fahrzeuge legten in Europa im zweiten Quartal sogar um 38 Prozent zu.
Vertriebsvorstand Jochen Goller sieht BMW in Europa und den USA auf Kurs, Marktanteile zu gewinnen. Die „Neue Klasse“ zeige starkes Momentum. Beim Modell iX3 rechnet er mit den nächsten 100.000 Bestellungen. Weltweit lieferte BMW im ersten Halbjahr rund 204.295 Elektrofahrzeuge aus.
Die Jahresprognose steht auf der Kippe
BMW hat die Jahresprognose bereits im Juni 2026 gesenkt. Der Konzern rechnet nun mit einem leichten Rückgang der Auslieferungen. Die EBIT-Marge im Automobilsegment soll zwischen 1 und 3 Prozent liegen — deutlich unter früheren Zielen.
Am 13. Juli 2026 kündigte BMW zudem Wechsel in der Geschäftsführung von BMW North America an. Der Schritt zeigt: Der Konzern passt sich aktiv an veränderte Marktbedingungen an.
Die Halbjahreszahlen erscheinen am 30. Juli 2026. Im Fokus stehen dann die operative Marge, der Preiswettbewerb in China und die Prognose für das Gesamtjahr. Das Kraftstoff-Pilotprojekt ändert daran kurzfristig nichts — es zeigt aber, dass BMW neben der Elektro-Offensive an einer zweiten Option für den Bestandsfuhrpark arbeitet.
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