Der Münchner Autobauer BMW stellt die Weichen für sein künftiges Fahrzeugprogramm. Am Donnerstag bestätigte der Konzern das Aus für den BMW 2er Active Tourer, für den es keinen Nachfolger geben wird.
Gleichzeitig erweitert BMW das Portfolio an beiden Enden der Modellpalette: Geplant sind ein neues vollelektrisches Einstiegsmodell mit speziellem Fokus auf den europäischen Markt sowie ein neues Sport Activity Vehicle (SAV), das oberhalb des bisherigen Spitzenmodells X7 positioniert werden soll.
Mit dieser Bereinigung trennt sich das Unternehmen von klassischen Van-Konzepten und konzentriert seine Ressourcen auf margenstärkere Segmente sowie den Ausbau der Elektromobilität. Ergänzend dazu stellte BMW am Donnerstag für den X3 M50 xDrive eine Leistungssteigerung des Reihensechszylinders auf 326 kW (443 PS) vor.
Transformation der Fertigung und Infrastruktur
Der Modellumbau geht einher mit gezielten Anpassungen im weltweiten Produktionsnetzwerk. Am Mittwoch startete der Konzern zudem den Bau einer rund zwei Kilometer langen Wasserstoffleitung zum Werk Leipzig. Die Inbetriebnahme der Trasse ist für das erste Halbjahr 2028 vorgesehen. Nach Angaben von BMW soll Leipzig damit das weltweit erste Fahrzeugwerk werden, das direkt an ein Wasserstoffnetz angebunden ist.
Diese Schritte ergänzen die Anpassung der Fertigungsstrukturen an künftige Antriebsformen. Bereits am Mittwoch hatte das Unternehmen Eckpunkte seiner mittelfristigen Ausrichtung vorgelegt. Für das Segment Automotive strebt BMW für das Jahr 2028 eine operative EBIT-Marge von 3 bis 5 Prozent als Zwischenziel an, bevor bis Anfang der 2030er Jahre wieder eine Spanne von 8 bis 10 Prozent erreicht werden soll.
Geteilte Reaktionen im Analystenlager
Am Kapitalmarkt trafen die strategischen Weichenstellungen auf ein verhaltenes Echo. Im Handel am Freitag schloss die BMW-Stammaktie bei 54,62 Euro. Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier damit einen Rückgang von 42 Prozent.
Die Analystenhäuser passten ihre Bewertungsmodelle an die jüngsten Vorgaben an. Deutsche Bank Research senkte am Donnerstag das Kursziel für die Aktie von 78 auf 71 Euro, behielt die Einstufung jedoch auf „Buy“ bei. Medienberichten zufolge bestätigte das Analysehaus Jefferies am Mittwoch nach dem Kapitalmarkttag seine Einstufung mit „Hold“ und setzte ein Kursziel von 70 Euro an.
Aufschluss über die laufende operative Entwicklung dürften die nächsten Geschäftszahlen liefern. BMW hat die Veröffentlichung der Ergebnisse für das dritte Quartal 2026 für den 4. November 2026 angekündigt.
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