BMW Aktie: 1,50 Prozent Plus trotz Index-Rauswurf

BMW wird aus S&P Europe 350 und FTSE All-World gestrichen. Der Aktienkurs steigt dennoch leicht, während Gewinnwarnung und Sparprogramm die Zukunft prägen.

Auf einen Blick:
  • Ausschluss aus zwei wichtigen Indizes
  • Kurs legt trotz negativer Nachricht zu
  • Gewinnprognose im Juni deutlich gesenkt
  • Stellenabbau von bis zu 7.700 Jobs geplant

Ausgerechnet an dem Tag, an dem BMW aus zwei wichtigen Indizes fliegt, legt die Aktie zu. Der Kurs steigt am Mittwoch um 1,50 Prozent auf 58,32 Euro. Der Ausschluss aus dem S&P Europe 350 und dem FTSE All-World Index trifft den Autobauer trotzdem hart.

Beide Index-Anbieter geben die Streichung am 1. Juli 2026 bekannt. Für institutionelle Anleger, die ihre Portfolios an solchen Indizes ausrichten, sinkt damit die Sichtbarkeit der BMW-Aktie. Der Schritt kommt nicht überraschend – er bestätigt vielmehr eine Entwicklung, die sich seit Wochen abzeichnet.

Gewinnwarnung legte den Grundstein

Bereits im Juni hatte BMW seine Gewinnprognose deutlich gesenkt. Die operative Marge im Autogeschäft soll 2026 nur noch zwischen 1 und 3 Prozent liegen. Zuvor hatte der Konzern noch 4 bis 6 Prozent in Aussicht gestellt. Der Vorsteuergewinn soll um mehr als 15 Prozent einbrechen.

Als Grund nennt BMW die schnelle Abkühlung der Nachfrage in China. Besonders Verbrenner-Modelle verkaufen sich dort schlechter. Hinzu kommen höhere Energiekosten durch den Konflikt im Iran.

Der Konzern reagiert mit einem Sparprogramm. Bis Ende 2026 will BMW prüfen, weltweit bis zu 5 Prozent der Stellen zu streichen. Das entspricht rund 7.700 Arbeitsplätzen.

Charttechnik zeigt tiefe Krise

Der Blick auf die Kurshistorie zeigt das Ausmaß des Absturzes. Seit dem 52-Wochen-Hoch von 97,90 Euro am 9. Dezember 2025 hat die Aktie 40,43 Prozent verloren.

Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 39,20 Prozent zu Buche. Erst am 30. Juni markierte die Aktie mit 57,06 Euro ein neues 52-Wochen-Tief.

Der aktuelle Kurs liegt nur noch 2,21 Prozent darüber. Auch die gleitenden Durchschnitte zeichnen ein klares Bild: Der 200-Tage-Schnitt liegt bei 82,84 Euro, fast 30 Prozent über dem aktuellen Niveau.

Technische Indikatoren bestätigen den Abwärtstrend. Der RSI von 23,5 signalisiert eine überverkaufte Aktie. Die 30-Tage-Volatilität liegt bei 29,10 Prozent – deutlich erhöht.

Trotzdem bleiben manche Analysten optimistisch. Jose M. Asumendi von JP Morgan bestätigt am 1. Juli sein „Buy“-Rating mit einem Kursziel von 82 Euro. Die Prognosesenkung bezeichnet er zwar als „radikal“, sieht aber weiterhin Potenzial.

Bis Ende 2026 will BMW entscheiden, wie viele der geplanten 7.700 Stellen tatsächlich wegfallen. Bis dahin bleibt der Kurs stark von Nachrichten aus China und den Fortschritten beim Sparprogramm abhängig.

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