BMW veröffentlicht heute seine Halbjahresergebnisse. Die Pressekonferenz beginnt um 8:30 Uhr, die Telefonkonferenz für Analysten folgt um 10:15 Uhr. Die Zahlen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem der Münchner Autobauer bereits mit einem harten Sparkurs für Aufsehen gesorgt hat.
Sparpaket mit 8.000 Stellen
Am Mittwoch hatte BMW ein globales Sparpaket angekündigt, das weltweit rund 8.000 Arbeitsplätze bis Ende 2027 kosten soll. Wie dpa, Zeit Online und Handelsblatt übereinstimmend berichteten, will der Konzern in Deutschland vor allem auf natürliche Fluktuation setzen. Ergänzend startet im Oktober ein freiwilliges Abfindungsprogramm für indirekte Bereiche wie Verwaltung und Entwicklung. Der Umbau folgt auf eine bereits im Juni gesenkte Jahresprognose: BMW hatte den Ausblick für die EBIT-Marge im Segment Automobile auf eine Spanne von 1 bis 3 Prozent zurückgenommen und dies mit einer beschleunigten Marktschwäche in China begründet.
Der Stellenabbau trifft damit auf ein Unternehmen, das ohnehin schon an mehreren Fronten kämpft. Die Kombination aus schwächelndem China-Geschäft und sinkender Profitabilität dürfte im heutigen Zahlenwerk sichtbar werden – die Halbjahreszahlen liefern den ersten konkreten Beleg dafür, wie stark die im Juni angekündigte Margenkorrektur bereits durchschlägt.
Neue Batteriefertigung und Personalie im Vorstand
Parallel zum Sparkurs treibt BMW den Ausbau der Elektromobilität voran. Am Montag und Dienstag präsentierte der Konzern sein neues Werk in Woodruff im US-Bundesstaat South Carolina, in dem künftig Hochvoltbatterien für das Modell BMW iX5 gefertigt werden sollen. Die eigentliche Serienproduktion ist laut Unternehmensangaben erst für Dezember 2026 vorgesehen – bei der Veranstaltung wurden zunächst Test- und Vorserienbatterien gezeigt. Das Werk soll die lokale Elektrofahrzeug-Fertigung in den USA versorgen und unterstreicht, dass BMW trotz des Sparprogramms an Investitionen in die E-Mobilität festhält.
Auch personell verändert sich BMW an der Konzernspitze. Der Aufsichtsrat hat Dorothea von Boxberg zum 1. September als neues Vorstandsmitglied berufen. Zudem vollzog BMW Ende Juni die gesellschaftsrechtliche Umwandlung aller Vorzugsaktien in Stammaktien unter der ISIN DE0005190003 – ein Beschluss, den die Hauptversammlung im Mai gefasst hatte. Die Aktienstruktur des Konzerns hat sich damit spürbar vereinfacht, was für Anleger vor allem die künftige Handelbarkeit und Transparenz der Papiere betrifft.
Kursreaktion bleibt verhalten
An der Börse zeigte sich die BMW-Aktie zuletzt vergleichsweise stabil. Am Mittwoch schloss das Papier bei 60,20 Euro, ein Plus von 0,64 Prozent. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Minus von 35,56 Prozent zu Buche – ein deutliches Zeichen dafür, dass die Serie negativer Nachrichten aus China und die Kostenprogramme der vergangenen Monate bereits stark auf der Bewertung lasten. Vom 52-Wochen-Tief bei 56,40 Euro, erreicht am 24. Juli, hat sich der Kurs immerhin um 6,74 Prozent entfernt.
Für Anleger dürfte der heutige Handelstag richtungsweisend werden. Die Zahlen zeigen, ob die im Juni gesenkte Margenprognose eingehalten wird und wie belastbar der eingeleitete Sparkurs tatsächlich ist. Zwischen Stellenabbau, neuer Batteriefertigung in den USA und einem frischen Gesicht im Vorstand steht BMW an einem Punkt, an dem sich die strategische Neuausrichtung erstmals in harten Kennzahlen niederschlagen muss.
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