Moody’s hat den Ausblick auf Blue Owl Credit Income Corp., einen nicht-börsennotierten Business Development Company-Fonds des Vermögensverwalters Blue Owl Capital, von stabil auf negativ gesenkt. Der Auslöser: Im ersten Quartal stellten Anleger Rücknahmeanträge in Höhe von 21,9 Prozent der ausstehenden Anteile. Ausgezahlt wurden davon nur 5 Prozent, weil der Fonds Auszahlungen gedeckelt hat. Doch das ist eben nur aufgeschobener, nicht aufgehobener Druck.
40,7 Prozent wollen raus
Noch drastischer sieht es beim kleineren Blue Owl Technology Income Corp. aus. Dort verlangten Anleger im ersten Quartal satte 40,7 Prozent ihrer Anteile zurück, verglichen mit 15,4 Prozent im Vorquartal. Das ist kein Rauschen mehr. Das ist ein Signal, dass das Vertrauen in diesem Segment gerade ziemlich schnell schmilzt. Denn dieser Fonds gilt zunehmend als Proxy für das Risiko, das Blue Owl durch seine hohe Konzentration in Softwareunternehmen trägt, die durch KI unter Druck geraten könnten. Die Aktie von Blue Owl Capital fiel zuletzt auf ein Rekordtief.
Blue Owl Capital Aktie Chart
Blue Owl wehrt sich
Das Unternehmen selbst sieht das naturgemäß anders. Man sei eines von nur drei nicht-börsennotierten BDCs mit einem Baa2-Rating von Moody’s, der Verschuldungsgrad liege bei konservativen 0,8x, die Kreditqualität im Portfolio sei stark. Alles gut also. Moody’s formuliert das nüchterner: Die derzeit solide Kapital- und Liquiditätsposition könne sich über den Ausblickszeitraum hinweg zu zersetzen beginnen, wenn Nettoabflüsse anhalten und die Zuflüsse weiter sinken.
Blue Owl ist nicht allein
Was den Fall interessant macht: Blue Owl ist kein Einzelfall. Insgesamt zogen Anleger im ersten Quartal rund 13 Milliarden Dollar aus mehr als einem Dutzend Fonds ab, schätzt Bloomberg auf Basis von Daten des Analysehauses Robert A. Stanger & Co. Auch Apollo Global Management, Ares Management, BlackRock, KKR und Cliffwater haben Rücknahmegrenzen verhängt. Der gesamte private Kreditmarkt mit einem Volumen von rund 1,8 Billionen Dollar steht unter Beobachtung, weil Anleger zunehmend Fragen zu Zeichnungsstandards und intransparenten Liquiditätsbedingungen stellen.
Wenn alle gleichzeitig zur Tür rennen und die Tür nur 5 Prozent breit ist, stapeln sich die Probleme eben vor dem Eingang.
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