Blue Owl-Aktie: Das wird übel!

Blue Owl Capital verzeichnet massive Kursverluste nach dem umstrittenen Verkauf von Kreditportfolios an eigene Tochtergesellschaften.

Auf einen Blick:
  • Blue Owl-Aktie fällt um über 5 Prozent nach Verkauf von 1,4 Milliarden Dollar an Vermögenswerten
  • Aktie hat in zwölf Monaten mehr als 50 Prozent an Wert verloren
  • Quartalsweise Rückzahlungen an Investoren wurden dauerhaft eingestellt
  • Verkauf erfolgte zu 99,7 Prozent des Nennwerts, passend zur eigenen Bewertung

Die Lage bei Blue Owl Capital wird immer dramatischer. Heute verlor die Aktie des alternativen Vermögensverwalters erneut über 5 Prozent im frühen Handel. Bereits gestern hatte der Wert 6 Prozent eingebüßt. Binnen nur zwölf Monaten hat sich der Marktwert mehr als halbiert. Das ist ein Desaster für Anleger, die auf den Boom im Private-Credit-Sektor gesetzt hatten.

Der Auslöser für die jüngste Talfahrt ist schnell ausgemacht. Blue Owl kündigte am Mittwoch an, Vermögenswerte im Wert von 1,4 Milliarden Dollar aus drei Fonds zu verkaufen und die Erlöse an Investoren eines neun Jahre alten Vehikels zurückzugeben. Dabei handelt es sich um den Blue Owl Capital Corp II-Fonds mit rund 1,6 Milliarden Dollar Vermögen. Die quartalsweisen Rückzahlungsmöglichkeiten für Investoren wurden dauerhaft gestrichen. Das Portfolio umfasst Kredite an 128 Unternehmen aus 27 Branchen, wobei 13 Prozent auf Software und Dienstleistungen entfallen.

Die verkauften Kredite gingen laut Bloomberg an drei der größten Pensionsfonds Nordamerikas sowie an Kuvare, Blue Owls eigenen Versicherungs-Asset-Manager. Genau dieser Punkt sorgt für massiven Gegenwind. Brian Finneran von Truist Financial bringt es auf den Punkt: Ein großer Teil der Kritik heute Morgen konzentriert sich darauf, dass einer der vier Käufer Kuvare war, Blue Owls eigener Versicherungs-Asset-Manager.

Der Verkauf zu 99,7 Prozent wirft Fragen auf

Blue Owl verkaufte die Kredite zu 99,7 Prozent des Nennwerts, was exakt der eigenen Bewertung in den Büchern entspricht. Das Unternehmen wertet dies als Bestätigung seiner Bewertungsmethoden. Doch Analysten sehen das skeptischer. Finneran merkt an, dass diese Kredite realistischerweise in den vergangenen Jahren zu höheren Renditen vergeben wurden und angesichts gesunkener Zinsen eigentlich mit einem Aufschlag zum Nennwert verkauft werden sollten.

Die Nervosität der Investoren wird durch weitere negative Schlagzeilen verstärkt. Business Insider berichtete heute, dass Blue Owl keine Finanzierung für ein 4-Milliarden-Dollar-Rechenzentrum-Projekt mit CoreWeave in Pennsylvania sichern konnte. Das steht in krassem Gegensatz zum 27-Milliarden-Dollar-Deal zur Finanzierung von Metas größtem Rechenzentrum-Projekt vor einigen Monaten.

Die Branche steht ohnehin unter Druck. Die Bewertungen im Software-Sektor geraten durch die rasanten Fortschritte in der künstlichen Intelligenz ins Wanken. Private-Credit-Firmen, die zu wichtigen Kreditgebern für den Tech-Sektor geworden sind, bekommen das jetzt zu spüren. Auch die größeren Konkurrenten Apollo Global und KKR verzeichneten Kursverluste. Die Frage nach der Qualität und den Bewertungen der Private-Credit-Portfolios wird immer lauter gestellt, nicht zuletzt nach den Pleiten von First Brands und Tricolor im vergangenen Jahr. Für Blue Owl dürften die kommenden Wochen entscheidend werden, ob das Vertrauen der Investoren zurückgewonnen werden kann.

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