Ein Schock läuft durch den 1,8 Billionen Dollar schweren Private-Credit-Markt. Blue Owl Capital hat die Tore zu einem seiner Fonds dauerhaft geschlossen. Investoren können ihr Geld nicht mehr wie bisher alle drei Monate abziehen. Stattdessen verkauft die Firma jetzt Vermögenswerte, um Kapital zurückzuzahlen. Die Reaktion der Märkte war brutal. Die Aktie von Blue Owl sackte am Donnerstag um bis zu 10 Prozent ab und riss andere Kreditmanager mit in die Tiefe.
Dabei klang Co-Chef Marc Lipschultz noch vor wenigen Tagen erstaunlich gelassen. Er zählte alle Krisen auf, die er schon gesehen hatte. Covid. Silicon Valley Bank. Liberation Day. Für ihn war das alles normal, wenn Märkte nervös werden. Doch jetzt zeigt sich, dass diese Krise anders ist. Der betroffene Fonds OBDC II hat ein Volumen von 1,6 Milliarden Dollar. Blue Owl verkauft nun rund ein Drittel der Kredite und zahlt 30 Prozent des Kapitals zurück.
Das Problem sitzt tiefer als nur ein einzelner Fonds. Blue Owl hat massiv in Software-Unternehmen investiert, genau die Branche, die jetzt durch KI bedroht wird. Investoren fürchten, dass etablierte Softwarefirmen durch ChatGPT und andere KI-Tools überflüssig werden könnten. Allein im Januar zogen Anleger über 15 Prozent der Vermögenswerte aus einem technologiefokussierten Fonds ab. Das sind 527 Millionen Dollar.
Der Markt zweifelt am Geschäftsmodell
In 13 Monaten hat die Blue Owl-Aktie fast 60 Prozent an Wert verloren, obwohl die Umsätze weiter steigen. Das zeigt, wie tief das Misstrauen sitzt. Dass der Stopp von Auszahlungen aus einem 1,6-Milliarden-Fonds einen Marktwert-Verlust von 2,4 Milliarden Dollar auslöst, spricht Bände. Ares Management, Blackstone und Apollo wurden mit nach unten gezogen. Die Sorge ist groß, dass Blue Owl nur der Anfang sein könnte.
Mohamed El-Erian, ehemaliger Chef von Pimco, stellte die entscheidende Frage. Ist das ein Kanarienvogel-Moment für Private Credit, vergleichbar mit der Zeit vor der Finanzkrise 2008? Schlechte Kreditentscheidungen führen zu Liquiditätsproblemen, und das ist immer gefährlich. Blue Owl hat in den vergangenen Jahren aggressiv expandiert und dabei massiv auf KI-Infrastruktur und Software gesetzt. Jetzt rächt sich das.
Die Firma versucht zu beschwichtigen. Statt quartalsweise 5 Prozent auszuzahlen, würden jetzt 30 Prozent an alle Anleger zurückfließen. Doch Hedgefonds-Manager Boaz Weinstein bietet bereits an, Anteile an Blue Owl-Fonds mit 20 bis 35 Prozent Abschlag zu kaufen. Private Credit wurde einst als finanzielles Nirwana verkauft, mühelose zweistellige Renditen in steigenden Märkten. Diese Ära geht jetzt zu Ende. Anleger müssen sich fragen, ob das Geschäftsmodell in nervösen Zeiten wirklich trägt.
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