Manchmal reicht selbst ein Rekordquartal nicht. Bloom Energy lieferte am Dienstag Zahlen ab, die eigentlich jeden Analysten hätten verstummen lassen sollen: Umsatz von 1,07 Milliarden Dollar, Gewinn von 78 Cent je Aktie auf bereinigter Basis, und ein Nettoergebnis von 196,3 Millionen Dollar nach einem Verlust im Vorjahreszeitraum. Drei Analysten, die Zacks Investment Research befragt hatte, rechneten mit 39 Cent je Aktie. Vier Analysten erwarteten beim Umsatz rund 814 Millionen Dollar. Bloom Energy hat beide Schätzungen deutlich übertroffen.
Zahlen, die eigentlich feiern müssten
Der Entwickler von Brennstoffzellensystemen aus San Jose meldete also ein Quartal, das in seiner Wucht kaum zu überbieten war. Der Umsatz lag gut 30 Prozent über den Erwartungen, der bereinigte Gewinn je Aktie sogar doppelt so hoch wie geschätzt. Und die Jahresprognose, die Bloom Energy dazu veröffentlichte, war ebenfalls kein Trostpflaster: 2,55 bis 2,85 Dollar je Aktie, Umsatz zwischen 3,9 und 4,2 Milliarden Dollar.
In den letzten Handelsminuten des Montags stand die Aktie noch bei rund 188 Dollar, mehr als viermal so hoch wie vor zwölf Monaten. Seit Jahresbeginn hatte sie rund 94 Prozent zugelegt.
Und dann kam der Dienstag
Was folgte, ist das alte Rätsel des Aktienmarkts. Die Bloom Energy-Aktie fiel nach den Zahlen um mehr als elf Prozent. Wer die Quartalsmeldung gelesen hatte und dann auf den Kurs schaute, musste zweimal hinschauen. Sell the news, eben. Wer in den vergangenen Wochen auf eine Enttäuschung gesetzt hatte, lag falsch. Wer auf Euphorie nach den Zahlen gesetzt hatte, lag auch falsch.
Über dreißig Tage hat die Bloom Energy-Aktie knapp 39 Prozent verloren, trotz eines Jahresgewinns von noch immer knapp 70 Prozent. Das ist keine Kursbewegung, die sich mit den Fundamentaldaten erklären lässt. Das ist ein Markt, der sich selbst überholt hat und nun abrechnet, ganz unabhängig davon, was das Unternehmen tatsächlich verdient.
78 Cent, doppelt so viel wie erwartet
Bloom Energy hat geliefert. Mehr als geliefert. Und der Markt hat abverkauft. Wer das als Warnsignal für das Geschäftsmodell liest, verwechselt Kurs mit Substanz. Wer es als Kaufgelegenheit liest, sollte sich die 52-Wochen-Spanne anschauen: 32,52 bis 351,28 Dollar. Bei dieser Bandbreite ist jede Prognose ein Ratespiel.
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