Es gibt Quartalszahlen, bei denen man zweimal hinschaut, weil man glaubt, sich verlesen zu haben. Bloom Energy hat im ersten Quartal 2026 einen Umsatz von 751 Millionen Dollar gemeldet. Im selben Quartal des Vorjahres waren es 326 Millionen. Das ist kein normales organisches Wachstum mehr, das ist fast schon ein anderes Unternehmen.
208 Prozent beim Produktumsatz
Den stärksten Schub lieferte das Kerngeschäft. Der Produktumsatz kletterte von knapp 212 Millionen auf 653 Millionen Dollar, ein Plus von 208 Prozent. Wer Bloom Energy noch als Nischenanbieter von Festoxid-Brennstoffzellen für ein paar Großkunden abgespeichert hat, muss das Bild wohl revidieren. Die Nachfrage nach dezentraler Stromversorgung, vor allem aus dem Rechenzentrumsbereich, treibt das Geschäft mit einer Wucht, die selbst optimistische Prognosen hinter sich lässt.
Gründer und CEO KR Sridhar formulierte es so: „Wir bei Bloom läuten das Zeitalter der digitalen Energie für das digitale Zeitalter ein. Bloom wird schnell zur Standardlösung und zur ersten Wahl für dezentrale Stromversorgung.“ Großspurig? Vielleicht. Aber die Zahlen geben ihm gerade Recht.
Vom Verlust in die Gewinnzone
Vor einem Jahr stand unter dem Strich noch ein operativer Verlust von 19 Millionen Dollar. Im ersten Quartal 2026 waren es 72 Millionen Dollar operativer Gewinn. Non-GAAP sogar 130 Millionen. Die Bruttomarge stieg auf 30 Prozent, der Service-Bereich verbesserte sich von 1,3 auf 13,3 Prozent Bruttomarge, also um 12 Prozentpunkte innerhalb eines Jahres. Das ist kein kosmetischer Fortschritt.
Auch der Cashflow aus dem operativen Geschäft drehte ins Positive: 73,6 Millionen Dollar im ersten Quartal, nach minus 110,7 Millionen im Vorjahreszeitraum. Bloom verbrennt kein Geld mehr, Bloom verdient welches.
Bloom energy Corporation Aktie Chart
Prognose kräftig angehoben
Und dann kam noch die Anhebung der Jahresprognose. Ursprünglich hatte Bloom für 2026 ein Umsatzwachstum von rund 60 Prozent gegenüber dem Vorjahr in Aussicht gestellt. Nun lautet die Zielspanne 3,4 bis 3,8 Milliarden Dollar, was einem Wachstum von rund 80 Prozent entspricht. Die Non-GAAP-Bruttomarge soll auf rund 34 Prozent steigen, das Non-GAAP-Betriebsergebnis auf 600 bis 750 Millionen Dollar.
Der neue CFO Simon Edwards, der die Zahlen mit präsentierte, sprach von einem „Unternehmen der nächsten Generation mit differenzierter Technologie“. Das klingt nach Standardfloskeln, doch nach einem solchen Quartal nimmt man sie ihm nicht übel.
Ein Haken bleibt
Ganz ohne Vorbehalt geht es nicht. Die Schulden sind mit knapp 2,6 Milliarden Dollar Recourse-Debt weiterhin erheblich. Und ein erheblicher Teil des Umsatzes, im ersten Quartal 373 Millionen Dollar, stammt von verbundenen Parteien, also aus dem Korea-Joint-Venture und den Brookfield-Strukturen. Wie belastbar das Wachstum ist, wenn man diese Verflechtungen herausrechnet, ist eine berechtigte Frage.
Aber für ein Unternehmen, das vor zwölf Monaten noch Verluste schrieb und jetzt ein bereinigtes EBITDA von 143 Millionen Dollar pro Quartal ausweist, gilt: 80 Prozent Umsatzwachstum als neue Jahresprognose ist keine Übertreibung. Das ist der neue Maßstab.
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