Bloom Energy Aktie: Quartalszahlen am 28. Juli

Leerverkäufer attackieren Bloom Energy, Aktie verliert deutlich. Analysten bleiben optimistisch, Quartalszahlen am 28. Juli als Richtungsweiser.

Auf einen Blick:
  • Zwei Shortseller greifen an
  • Aktie verliert 18 Prozent in einer Woche
  • Analysten sehen Kurspotenzial
  • Quartalszahlen am 28. Juli entscheiden

Zwei Leerverkäufer greifen Bloom Energy binnen einer Woche an. Die Aktie des Brennstoffzellenherstellers rutscht am Freitag um 2,77 Prozent auf 175,60 Euro ab. Über die vergangenen sieben Handelstage summiert sich der Verlust auf 18,14 Prozent.

Damit liegt das Papier bereits 43 Prozent unter seinem Rekordhoch von 308,50 Euro, das erst am 25. Juni erreicht wurde. Die Geschwindigkeit des Absturzes wirft eine Frage auf: Handelt es sich um eine Korrektur nach einer Übertreibung — oder beginnt der Markt, tiefere Risiken neu zu bewerten?

Zwei Shortseller in einer Woche

Hunterbrook Media wirft Bloom Energy eine gefährliche Abhängigkeit von chinesischen Scandium-Lieferungen vor. Scandium ist ein kritischer Rohstoff für die Brennstoffzellentechnologie des Unternehmens. Kurz danach legt Crossroads Capital mit einer eigenen Short-These nach.

Bloom Energy weist beide Vorwürfe zurück. Gegenüber Bloomberg erklärte das Unternehmen, es prüfe den Bericht und werde die Aussagen richtigstellen.

Zu den Lieferketten-Vorwürfen gesellen sich operative Probleme. Genehmigungsverfahren für anstehende Projekte verzögern sich, während der Widerstand betroffener Kommunen wächst. Diese Reibungspunkte sind neu — bislang drehte sich die Debatte um Bloom Energy vor allem um Finanzierungsdeals und ältere Shortseller-Streitigkeiten.

Analysten bleiben mehrheitlich optimistisch

Trotz der Kursverluste zeichnen die Analystenhäuser kein einheitlich negatives Bild. Truist Securities nahm die Coverage am 14. Juli mit einer Hold-Einstufung und einem Kursziel von 250 US-Dollar auf. Susquehanna hob sein Ziel am 10. Juli auf 298 US-Dollar an, Baird bestätigte am 9. Juli eine Outperform-Einstufung mit einem Kursziel von 310 US-Dollar.

Der Analystenkonsens bleibt bei einer Kaufempfehlung, das durchschnittliche Kursziel liegt bei 259 US-Dollar — deutlich über dem aktuellen Kursniveau. Mindestens ein Wall-Street-Haus ordnet die Schwäche zudem als vorübergehend ein und verweist auf einen breiteren Abverkauf bei KI-nahen Aktien, der bereits Mitte Juni begann.

Charttechnik zeigt überverkauftes Terrain

Der RSI ist auf 35,1 gefallen und nähert sich damit der überverkauften Zone. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei 115,41 Prozent — ein Wert, der die Nervosität rund um das Papier unterstreicht.

Zur Einordnung hilft ein Blick auf die längere Frist: Trotz des Absturzes der vergangenen Wochen steht die Aktie seit Jahresbeginn immer noch mit 108,58 Prozent im Plus. Auf Zwölfmonatssicht beträgt das Plus sogar 737,19 Prozent. Der Höhenflug rund um KI-getriebene Energieinfrastruktur-Werte hat also tiefe Spuren hinterlassen — auch wenn die jüngste Korrektur einen Großteil der Sommergewinne aufgezehrt hat.

Quartalszahlen am 28. Juli als Nadelöhr

Trader, die das technische Setup verfolgen, sehen im Quartalsbericht am 28. Juli den entscheidenden Termin. An diesem Tag dürfte sich zeigen, ob der Markt die Genehmigungsverzögerungen und den kommunalen Widerstand als Randnotiz abtut oder als ernsthaftes Risiko für die Wachstumspläne einstuft.

Investoren werden bei der Vorlage besonders auf Aussagen zu Genehmigungsfristen, Projektzeitplänen und der Lieferkette rund um Scandium achten. Bis dahin bleibt die Aktie ein Spielball zwischen optimistischen Kurszielen der Analysten und den Vorwürfen zweier Leerverkäufer.

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