Der Bundesstaat New Mexico hat die Genehmigung für eine Pipeline verweigert, die das Rechenzentrum-Projekt Jupiter von Oracle mit Energie versorgen sollte. Bloom Energy liefert für dieses Projekt Brennstoffzellen, weshalb die Nachricht auch die eigene Aktie belastete.
Der Analysehauskonzern TD Cowen wies zudem auf Verzögerungen bei zwei weiteren Rechenzentrumsprojekten hin. Für Anleger bedeutet das: Die operative Wachstumsstory bleibt intakt, doch einzelne Großprojekte laufen langsamer an als geplant.
Projekt Jupiter als Prüfstein
Project Jupiter in New Mexico ist eines der größten Vorhaben im Bloom-Portfolio. Gemeinsam mit Oracle und STACK Infrastructure plant das Unternehmen dort eine Kapazität von bis zu 2,45 Gigawatt. Bloom Energy betont dabei einen Aspekt, der zunehmend zum Verkaufsargument wird: Der Wasserverbrauch der Brennstoffzellen über 15 Jahre Laufzeit entspreche dem von rund neun US-Haushalten.
Für den laufenden Betrieb sei kein Trinkwasser nötig, lediglich für die Belegschaft vor Ort. Die abgelehnte Pipeline-Genehmigung trifft damit ein Vorzeigeprojekt, mit dem Bloom Energy seine Technologie als ressourcenschonende Alternative zu klassischen Netzanschlüssen positionieren wollte.
Neuer Auftrag trotz Gegenwind
Parallel zu den Verzögerungen in New Mexico meldete Bloom Energy einen neuen Auftrag: Am Standort des MiTAC-Serverwerks in Fremont installiert das Unternehmen Brennstoffzellen für ein Insel-Mikronetz, das unabhängig vom öffentlichen Stromnetz arbeitet. Damit wächst die vertraglich gesicherte KI-Infrastrukturkapazität des Unternehmens auf rund 250 Megawatt, gestützt durch bestehende Abkommen mit Oracle und Brookfield.
Der Auftrag fällt in eine Phase, in der Bloom Energy nach eigenen Angaben erstmals ein Quartal mit mehr als einer Milliarde Dollar Umsatz verzeichnete und die Jahresprognose angehoben hat. Die Nachfrage nach dezentraler Stromversorgung für Rechenzentren bleibt damit ungebrochen hoch, auch wenn einzelne Großprojekte an regulatorischen Hürden hängen.
Klage bleibt Belastung, Kurs unter Druck
Über der Aktie schwebt weiterhin die Sammelklage, die mehrere Kanzleien seit einem Bericht von Hunterbrook Media vor rund einem Monat verfolgen. Der Vorwurf lautet, Bloom Energy habe seine Abhängigkeit von chinesischem Scandium über Zwischenhändler heruntergespielt. Seither hat die Aktie rund 17,8 Prozent verloren.
Die Frist für Anleger, sich als Hauptkläger zu melden, läuft am 28. September 2026 ab. Mehrere Kanzleien, darunter Kaplan Fox, Wolf Haldenstein und Rosen Law Firm, werben derzeit um betroffene Aktionäre – ein Ablauf, der bei US-Sammelklagen nach negativen Kursreaktionen üblich ist und für sich genommen noch keine Aussage über den Ausgang des Verfahrens erlaubt.
Am Kursbild zeigt sich die Gemengelage aus positiven Geschäftsmeldungen und regulatorischem Gegenwind deutlich. Die Aktie schloss am Montag bei 183,00 Euro und büßte damit 3,48 Prozent ein. Zum 52-Wochen-Hoch von 308,50 Euro klafft inzwischen eine Lücke von 40,68 Prozent.
Für Anleger bleibt Bloom Energy damit ein Papier mit zwei Gesichtern: Auf der einen Seite stehen wachsende Auftragsvolumina im KI-Rechenzentrumsgeschäft und eine angehobene Jahresprognose, auf der anderen Seite regulatorische Verzögerungen bei Schlüsselprojekten und eine ungeklärte Klage, die den Kurs seit Wochen belastet.
Ob sich die operative Stärke am Ende gegen die rechtlichen und genehmigungsseitigen Risiken durchsetzt, dürfte sich erst in den kommenden Quartalen zeigen, wenn weitere Projekte wie Jupiter den Betrieb aufnehmen sollen.
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