Glänzende Zahlen, höhere Prognose, und trotzdem rutscht die Aktie vorbörslich ab. Bei Bloom Energy rückt der freie Cashflow in den Mittelpunkt, nicht der Gewinnsprung.
Zahlen weit über Konsens
Der Brennstoffzellenhersteller meldete für das dritte Quartal einen bereinigten Gewinn von 0,94 Dollar je Aktie. Analysten hatten mit 0,69 Dollar gerechnet. Der Umsatz erreichte 1,24 Milliarden Dollar und lag damit 138 Prozent über dem Vorjahresquartal.
Die Jahresprognose hebt das Management bereits zum dritten Mal in diesem Jahr an. Beim bereinigten Gewinn je Aktie peilt es nun 3,10 bis 3,40 Dollar an, beim Umsatz 4,4 bis 4,6 Milliarden Dollar. Beide Spannen liegen klar über den Markterwartungen. Auch die Aufnahme in den S&P 500 verbucht das Unternehmen als Meilenstein.
Die Latte lag hoch: Die Aktie hatte seit Jahresbeginn rund 150 Prozent zugelegt. Vorbörslich gab sie zuletzt gut ein Prozent auf etwa 215 Dollar nach.
Der Cashflow trübt das Bild
Der operative Cashflow drehte auf minus 27 Millionen Dollar, nach einem deutlichen Plus im Vorquartal. Der freie Cashflow lag bei minus 181 Millionen Dollar. Seit Jahresbeginn bleibt er mit 42 Millionen Dollar aber positiv, und die liquiden Mittel belaufen sich auf rund 2,5 Milliarden Dollar.
Finanzchef Simon Edwards erklärte den Abfluss vor allem mit höherem Betriebskapital: Vorräte, Vertragsvermögen und Forderungen wuchsen. Hinzu kommen die Investitionen in Sachanlagen, die auf 153,5 Millionen Dollar sprangen, nach gut 50 Millionen im Vorquartal. Das Geld fließt in Maschinen und Kapazität an den Standorten Fremont und Newark.
Bloom nähert sich nach eigenen Angaben einer jährlichen Fertigungskapazität von fünf Gigawatt, davon sind rund zwei Gigawatt in Betrieb. In Fremont kommt zusätzliche Fläche hinzu, um darüber hinaus wachsen zu können. Einen Zeitplan nannte CEO KR Sridhar nicht. Sein Argument: Der Auftragsbestand wachse weiterhin schneller als der Umsatz.
Analysten bleiben zuversichtlich
Mizuho bestätigt die Einstufung „Outperform“ mit einem Kursziel von 351 Dollar. Die Bank verweist auf operativen Hebel: Die Betriebskosten stiegen mit 26 Prozent deutlich langsamer als der Umsatz, obwohl die durchschnittlichen Verkaufspreise etwa stabil blieben.
Die Verpflichtungen wachsen allerdings mit. Bloom meldete neue Lieferantenzusagen von 5,8 Milliarden Dollar, davon 2,6 Milliarden fällig im Jahr 2027. Als Risiko nennt das Unternehmen selbst eine mögliche Verlangsamung beim Ausbau von KI-Rechenzentren, deren Nachfrage die Expansion trägt.
Die Aktie dürfte daher an einer Zahl hängen: Dreht der freie Cashflow in den kommenden Quartalen trotz der hohen Investitionen wieder ins Plus, verliert die Sorge an Gewicht. Bleibt er negativ, rückt die Finanzierung des Fremont-Ausbaus stärker in den Blick.
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