Bloom Energy Aktie: Chevron und Microsoft mit Kilby-Projekt

Neue Konkurrenz durch Chevron-Microsoft-Deal und Nuklearprojekte belasten die Aktie von Bloom Energy trotz starkem Umsatzwachstum.

Auf einen Blick:
  • Aktie fällt nach Rekordhoch zurück
  • Chevron und Microsoft kooperieren bei Energie
  • US-Regierung fördert neue Kernkraftwerke
  • Umsatzplus von 130 Prozent im Quartal

Bloom Energy erlebt einen turbulenten Juni. Nach einem Allzeithoch von 306,50 Euro am 22. Juni fiel die Aktie am Dienstag auf 284,00 Euro zurück. Ein Grund: Der Wettbewerb um die Stromversorgung von KI-Rechenzentren wird härter.

Chevron und Microsoft haben eine 20-Jahres-Vereinbarung geschlossen. In West Texas entsteht das Projekt Kilby — mit einer geplanten Leistung von 2,67 Gigawatt. Ab Ende 2028 sollen Gaskraftwerke dort KI-Rechenzentren mit Strom versorgen. Parallel dazu hat das US-Energieministerium Kreditlinien über 17,5 Milliarden Dollar für die Nuklearindustrie zugesagt. Zehn neue Großreaktoren sollen bis 2030 ans Netz.

Das ist direkte Konkurrenz für Bloom Energy. Das Unternehmen liefert Brennstoffzellen, die innerhalb von 90 bis 120 Tagen einsatzbereit sind — eine schnelle Alternative zum Netzausbau. Doch genau diesen Engpass sehen prominente Shortseller als temporär an. Jim Chanos spricht von einer „KI-Energieblase“. Er glaubt, dass die aktuellen Engpässe nicht strukturell sind.

Starke Zahlen, hohe Erwartungen

Die fundamentale Entwicklung spricht für Bloom Energy. Im ersten Quartal 2026 stieg der Umsatz um 130,4 Prozent auf 751,1 Millionen Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 0,44 Dollar und übertraf die Erwartungen. Das Management hob die Jahresprognose an: 3,4 bis 3,8 Milliarden Dollar Umsatz.

Strategische Partnerschaften untermauern das Wachstum. Bloom Energy ist der exklusive Stromlieferant für Oracles KI-Campus Project Jupiter, der bis zu 2,45 Gigawatt aus Brennstoffzellen beziehen soll. Hinzu kommt eine Vereinbarung mit dem Cloud-Anbieter Nebius Group über 2,6 Milliarden Dollar über zehn Jahre.

Dennoch: Die Aktie notiert auf einem extremen Bewertungsniveau. Das 160-fache des bereinigten Gewinns und das 38-fache des Umsatzes sind Kennzahlen, die wenig Raum für Enttäuschungen lassen.

Insidergeschäft fällt auf

Direktor John Chambers verkaufte am 28. Mai 55.000 Aktien für rund 16,4 Millionen Dollar. Die Transaktion erfolgte über einen vorgefassten Handelsplan — ein übliches Instrument zur Diversifikation. Trotz der formalen Unbedenklichkeit bleibt der Verkauf im Markt präsent.

Die Aktie liegt mit 284,00 Euro weit über ihrem 200-Tage-Durchschnitt von 127,39 Euro. Die 14-Tage-RSI bei 60,8 deutet auf eine neutrale Verfassung hin. Mit einer annualisierten 30-Tage-Volatilität von 101 Prozent bleibt Bloom Energy ein High-Risk-Papier.

Am 22. Juni war das Hoch bei 306,50 Euro. Jetzt geht es darum, ob die neue Konkurrenz aus Gas und Kernkraft die Wachstumsstory in den kommenden Quartalen wirklich infrage stellen kann. Die Bewertung gibt aktuell wenig Spielraum für Zweifel.

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