Blackstone mischt sich in einen ungewöhnlichen Übernahmekampf: Der Finanzinvestor zählt zu den letzten verbliebenen Bietern für den Jachthändler MarineMax. Parallel dazu treiben frische Rekordzahlen aus dem zweiten Quartal die Kursziele der Analysten nach oben. Zwei Entwicklungen, ein roter Faden — Blackstone wächst gerade an mehreren Fronten gleichzeitig.
Jachten, Marinas und ein Bieterkampf
Neben Blackstone sitzen die Investmentfirma Donerail und der Private-Equity-Investor Centerbridge in der finalen Bieterrunde um MarineMax, einen Jachthändler mit Sitz in Clearwater, Florida. Das Unternehmen betreibt 65 Marinas und Lagerstätten sowie 70 Vertriebsstandorte, überwiegend in den USA, und bringt einen Marktwert von rund 725 Millionen Dollar mit.
Donerail hatte das Management bereits 2025 zum Verkauf oder zu einem Wechsel an der Unternehmensspitze gedrängt, nachdem zuvor Levin Capital 2024 strategische Alternativen eingefordert hatte. Im Februar bezifferte ein Donerail-Angebot den Unternehmenswert auf rund eine Milliarde Dollar — seither wurde nachgebessert, und weitere Bieter wie Blackstone stiegen ein, nachdem MarineMax den Verkaufsprozess ab April offiziell öffnete.
Für Blackstone wäre es nicht der erste Griff ins Marina-Geschäft. Die Infrastruktursparte des Konzerns übernahm 2025 bereits Safe Harbor Marinas für 5,7 Milliarden Dollar. Niedrigere Zinsen haben die Ausgabefreude wohlhabender Kundschaft für Luxusgüter wie Jachten zuletzt gestützt, während andere Verbrauchersegmente sparen müssen.
Rekordquartal befeuert Kursziele
Die eigentliche Dynamik hinter der Aktie liefert aber das zweite Quartal 2026. Blackstone übertraf die Erwartungen deutlich: Der Gewinn je Aktie lag bei 1,52 Dollar statt der prognostizierten 1,34 Dollar, der Umsatz erreichte 5,04 Milliarden Dollar gegenüber erwarteten 3,38 Milliarden Dollar. Das verwaltete Vermögen kletterte auf ein Rekordniveau von 1,35 Billionen Dollar.
Die ausschüttungsfähigen Erträge stiegen um 26 Prozent auf 2,0 Milliarden Dollar. Zwei große Häuser reagierten mit höheren Kurszielen: TD Cowen hob sein Ziel auf 145 Dollar von zuvor 133 Dollar an und bestätigte die Kaufempfehlung, RBC Capital ging sogar auf 169 Dollar von 161 Dollar. Die Bandbreite zwischen 145 und 169 Dollar zeigt, wie unterschiedlich stark die Häuser das weitere Aufwärtspotenzial einschätzen — bei einem aktuellen Kurs von 124,50 Dollar liegt in beiden Fällen deutlich Luft nach oben.
TD Cowen-Analyst Bill Katz begründet seine Einschätzung mit einem bevorstehenden Wendepunkt: Die Basisverwaltungsgebühren sollen im vierten Quartal 2026 und im Jahr 2027 spürbar anziehen, während die Rücknahmen beim Kreditfonds BCRED ihren Höhepunkt bereits überschritten haben dürften. Für das kommende Jahr stellt das Management zudem ein Wachstum bei den ausschüttungsfähigen Erträgen in Aussicht.
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