Während Großbritanniens politische Bühne durcheinandergewirbelt wird, hält sich das Portfolio kleiner britischer Unternehmen erstaunlich robust. Nach dem Rücktritt von Premierminister Keir Starmer und dem anschließenden Führungsstreit in der Labour-Partei stieg die Risikoprämie für heimische Aktien deutlich. Der BlackRock Smaller Companies Trust verlor im Juni trotzdem weniger als sein Vergleichsindex — ein kleiner Trost in unruhigen Zeiten.
Juni bringt Verlust, aber weniger als der Markt
Der Nettoinventarwert je Anteil fiel im Juni um 1,4 Prozent, der Referenzindex — der Deutsche Numis Smaller Companies plus AIM Index — verlor sogar 2,6 Prozent. Auf Jahressicht kehrt sich das Bild allerdings um: Einem Zuwachs von 2,8 Prozent beim Trust stehen 6,1 Prozent beim Index gegenüber. Die kurzfristige Outperformance reicht also nicht, um die längerfristige Lücke zu schließen.
Am Kapitalmarkt bleibt der Anteilschein günstig bewertet. Der Abschlag zum inneren Wert liegt zwischen 8,5 und 11,8 Prozent, je nach Bewertungsmethode der Verbindlichkeiten. Das Gesamtvermögen des Trusts summiert sich auf 777,5 Millionen britische Pfund.
Gewinner und Verlierer im Portfolio
Positiv fiel Tatton Asset Management auf: Die Jahreszahlen des Vermögensverwalters übertrafen die Erwartungen deutlich, Analysten hoben ihre Gewinnschätzungen um rund 10 Prozent an. Auch Great Portland Estates profitierte von starker Vermietungsdynamik im Londoner Büromarkt, Morgan Sindall von einem robusten Auftragsbuch im Bau- und Ausbaugeschäft.
Auf der anderen Seite belastete Pan African Resources die Bilanz — die Goldproduktion blieb wegen einer langsameren Hochlaufphase der Tennant-Minen in Australien am unteren Ende der Prognose, zudem wurde die Kostenschätzung angehoben. Serco geriet unter Druck, nachdem das Unternehmen trotz bestätigter Jahresprognose einen vorsichtigeren Ausblick für das organische Wachstum kommunizierte. Verzögerungen bei Vergabeverfahren in Nordamerika und Unruhen im Nahen Osten belasteten zusätzlich die Stimmung, die Position wurde daraufhin reduziert.
Das Portfolio bleibt mit knapp 92 Prozent klar auf britische Werte fokussiert, ergänzt um einen kleinen US-Anteil. Größte Einzelpositionen sind weiterhin Great Portland Estates, Morgan Sindall und Tatton Asset Management. Trotz anhaltender Mittelabflüsse aus britischen Nebenwerten verweist das Management auf attraktive Bewertungen und eine zunehmende Übernahmeaktivität im britischen Markt als Argument für das langfristige Anlagepotenzial der Nebenwerte.
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