BlackRock-Aktie: Rücknahmestopp belastet Kurs deutlich!

Der weltgrößte Vermögensverwalter BlackRock begrenzt Auszahlungen aus einem großen Kreditfonds, nachdem Anlegerrücknahmen die übliche Schwelle deutlich überschritten.

Auf einen Blick:
  • BlackRock beschränkt Rücknahmen aus 26-Milliarden-Dollar-Fonds auf 5 Prozent
  • Anleger forderten erstmals 9,3 Prozent ihrer Anteile zurück
  • Dritter großer Vorfall im Private-Credit-Markt binnen weniger Wochen
  • Aktie verliert über fünf Prozent auf 974,58 Dollar

Die Aktie von BlackRock notierte heute mit einem Minus von 6,94 Prozent bei 957,68 Dollar. Der weltgrößte Vermögensverwalter hatte zuvor bekannt gegeben, Auszahlungen aus seinem HPS Corporate Lending Fund zu begrenzen, nachdem die Rücknahmewünsche der Anleger deutlich gestiegen waren. Zum ersten Mal seit der Auflegung des Fonds überschritten die Anfragen die übliche Schwelle von fünf Prozent des Fondsvolumens.

Anleger des 26 Milliarden Dollar schweren Fonds forderten im ersten Quartal 2026 die Rücknahme von 9,3 Prozent ihrer Anteile. BlackRock wird jedoch nur fünf Prozent der zum 31. Dezember 2025 ausstehenden Anteile zurückkaufen, was einem Volumen von rund 620 Millionen Dollar entspricht. In einem Schreiben an die Anteilseigner betonte das Unternehmen, die Entscheidung im besten Interesse aller Anleger getroffen zu haben.

Private-Credit-Markt unter zunehmendem Druck

BlackRock ist nicht der erste große Anbieter, der mit erhöhten Rücknahmewünschen konfrontiert wird. Anfang des Monats hatte bereits Blackstone mitgeteilt, dass die Rücknahmeanträge für seinen 82 Milliarden Dollar schweren Private-Credit-Fonds die üblichen fünf Prozent überstiegen. Der Verwaltungsrat erhöhte daraufhin das Rückkaufangebot auf sieben Prozent, die maximal zulässige Grenze ohne Änderung der Fondsbedingungen.

Noch drastischer fiel die Reaktion von Blue Owl Capital im Februar aus. Das Unternehmen beschränkte Auszahlungen aus einem 1,6 Milliarden Dollar schweren Vehikel dauerhaft und verkaufte Kredite im Wert von 1,4 Milliarden Dollar an Pensionsfonds und die eigene Versicherungsgesellschaft. Diese Häufung von Vorfällen nährt Bedenken über systemische Risiken im mittlerweile 1,8 Billionen Dollar schweren Private-Credit-Markt.

Liquidität vorhanden, doch Unsicherheit bleibt

BlackRock versuchte in seinem Schreiben, Zuversicht zu vermitteln. Der HLEND-Fonds verfügte zum 28. Februar über eine Liquidität von mehr als 4,4 Milliarden Dollar. Zudem konnte das Unternehmen im ersten Quartal neue Mittelzuflüsse von rund 840 Millionen Dollar verzeichnen. „Historisch gesehen haben Phasen der Unsicherheit und Volatilität einige der attraktivsten Investitionsmöglichkeiten in den Private-Credit-Märkten geschaffen“, heißt es in dem Brief.

Dennoch lässt sich nicht übersehen, dass die Anleger nervös geworden sind. Die Frage, wie stabil die Bewertungen in einem Markt sind, der weitgehend außerhalb öffentlicher Börsen operiert, gewinnt an Bedeutung. Anleger dürften genau beobachten, wie sich die Rücknahmewünsche in den kommenden Quartalen entwickeln und ob weitere Anbieter gezwungen sein werden, ähnliche Maßnahmen zu ergreifen.

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