Jahrelang galt BlackBerry als Relikt der Smartphone-Ära. Jetzt ordnet der Markt das Unternehmen völlig neu ein. Der Grund ist der anhaltende Boom rund um Künstliche Intelligenz. Plötzlich rücken die Kanadier als Infrastruktur-Profiteur in den Fokus.
Vom Handy-Pionier zum Software-Zulieferer
Ein aktueller Branchenkommentar von DigiTimes liefert den Auslöser. Demnach erhalten Firmen wie BlackBerry durch den KI-Ausbau ein zweites Leben. Es geht nicht mehr um Telefone. Im Zentrum stehen eingebettete Systeme und sichere Netzwerke.
Diese neue Erzählung treibt den Kurs massiv. Seit Jahresbeginn schoss das Papier um knapp 136 Prozent nach oben. Am Mittwoch schloss die Aktie bei 7,64 Euro.
Gewinnmitnahmen bleiben bei dieser Dynamik nicht aus. Auf Wochensicht verlor der Titel gut 14 Prozent. Die hohe Schwankungsbreite zeigt: Die Stimmung kann schnell drehen.
QNX liefert das Fundament
Das Management stützt die neue Ausrichtung mit harten Zahlen. Das Betriebssystem QNX läuft weltweit in über 275 Millionen Fahrzeugen. Im vierten Geschäftsquartal kletterte der QNX-Umsatz um 20 Prozent auf knapp 79 Millionen US-Dollar.
Kein Wunder. Die Software gilt als entscheidendes Bindeglied für physische KI-Anwendungen. Dazu zählen Robotik, Automobilplattformen und industrielle Steuerungen. Der Auftragsbestand für künftige Lizenzgebühren wuchs zuletzt auf rund 950 Millionen Dollar an.
Zweites Standbein wächst
Die KI-Ausrichtung allein trägt die Bewertung allerdings nicht. Investoren fordern eine stabile Ertragsbasis. Hier kommt die Sparte für sichere Kommunikation ins Spiel. Sie richtet sich an Regierungen und kritische Industrien.
Auch dieser Bereich wächst. Im Schlussquartal stiegen die Erlöse hier auf 72,5 Millionen Dollar. Die bereinigte Bruttomarge erreichte starke 72 Prozent. Die jährlich wiederkehrenden Umsätze legten auf 218 Millionen Dollar zu.
Die Neupositionierung als KI-Infrastrukturwert ist dem Markt nicht entgangen. Das zeigt der gewaltige Kursaufschlag in diesem Jahr. Jetzt muss das operative Geschäft nachziehen. Das Management muss beweisen, dass der hohe Auftragsbestand zügig in echten Umsatz fließt. Nur kontinuierliches Wachstum bei QNX rechtfertigt das aktuelle Kursniveau.
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