Bitcoin tritt auf der Stelle, während im Hintergrund zwei politische Weichen gestellt werden, die den Kurs in beide Richtungen bewegen könnten. Am Nachmittag stimmt der US-Senat über die Verfahrensfrage zum Clarity Act ab, am Mittwochabend folgt die Zinsentscheidung der amerikanischen Notenbank mit dem ersten Zinspfad unter dem neuen Notenbankchef Kevin Warsh. Der Markt preist eine Zinsanhebung um 25 Basispunkte mit rund 87 Prozent Wahrscheinlichkeit ein.
Der Kurs notierte am Morgen bei 77.060,17 US-Dollar, rund 1,55 Prozent unter dem Vortageswert. Untermauert wird die Schwäche von den US-Spot-ETFs, die in der vergangenen Woche Nettoabflüsse von 463 Millionen US-Dollar verzeichneten und damit die Zuflüsse der Vorwochen teilweise wieder abgaben.
Institutionelles Geld verschiebt sich, statt zu verschwinden
Ganz abgewandt hat sich das institutionelle Kapital dem Bitcoin-Ökosystem nicht. Nasdaq Ventures investierte diese Woche 100 Millionen US-Dollar in Payward, die Muttergesellschaft von Kraken — ein Signal, dass Infrastruktur-Wetten weiterlaufen, auch wenn der Kurs selbst schwächelt. Strategy dagegen kaufte erstmals seit Längerem kein Bitcoin und lenkte Kapital offenbar in andere Bereiche.
Belastend wirkte zudem ein Datenleck beim Zahlungsdienstleister Revolut. Die Angreifer sollen nach eigenen Angaben ein Lösegeld von 10.000 Bitcoin gefordert haben, nachdem Kundendaten und Transaktionshistorien kompromittiert wurden. Solche Vorfälle drücken kurzfristig auf die Stimmung, auch wenn sie strukturell wenig über die Nachfrage nach dem Asset selbst aussagen.
Restriktive Geldpolitik als kurzfristige Bremse
Die jüngsten Inflationsdaten, steigende Energiepreise und eine zunehmend restriktive Fed setzen Risikoanlagen derzeit unter Druck — für Bitcoin ist das kurzfristig ein schwieriges Umfeld.
Langfristig könnten die wahrscheinlichsten Auswege aus einer solchen Lage aber über neue Liquidität, Renditekontrolle oder Währungsabwertung führen. Genau ein solches Szenario würde knappe Anlagen wie Bitcoin und Gold begünstigen, so die Einschätzung von Marktbeobachtern.
Die Abstimmung zum Clarity Act am Nachmittag entscheidet zunächst nur darüber, ob der Senat überhaupt in die volle Debatte einsteigt — nicht über das Gesetz selbst. Ergebnisse dazu und zur Fed-Entscheidung am Mittwoch um 20 Uhr lagen zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht vor. Beide Termine dürften in den kommenden Stunden darüber entscheiden, ob sich die aktuelle Schwächephase fortsetzt oder ob Bitcoin die verlorene Marke schnell zurückerobert.
Bitcoin-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Bitcoin-Analyse vom 15. September liefert die Antwort:
Die neusten Bitcoin-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Bitcoin-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 15. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
