Die 80.000-Dollar-Marke lässt Bitcoin nicht durch. Zum wiederholten Mal in dieser Woche prallte der Kurs an diesem Widerstand ab — nachdem er kurzfristig sogar bis auf 81.200 Dollar vorgestoßen war. Aktuell pendelt die Kryptowährung um die 79.000-Dollar-Linie, nachdem sie am vergangenen Freitag bei 79.955 Dollar bereits einmal knapp gescheitert war.
Der Rückzug wirkt nach den Wochen zuvor fast schon unspektakulär. Immerhin hat Bitcoin binnen einer Woche rund 23 Prozent zugelegt — getrieben von einem Short-Squeeze, der Wetten auf fallende Kurse in Milliardenhöhe zwangsweise auflöste, sowie von einer Kapitalflucht aus US-Staatsanleihen.
Anleger, die dem Vertrauen in klassische Schuldtitel misstrauen, suchen derzeit verstärkt Zuflucht in knappen Sachwerten wie Gold und Bitcoin. Der Goldpreis selbst kletterte zuletzt von rund 4.000 auf über 4.600 Dollar je Feinunze.
Warum die Marke so hartnäckig hält
Technisch betrachtet ist die Zone um 80.000 Dollar zur Entscheidungsfrage geworden. Der Anteil kurzfristiger Bitcoin-Halter, die aktuell im Gewinn sitzen, ist von 26 auf fast 75 Prozent gesprungen — ein Niveau, das historisch für erhöhten Gewinnmitnahme-Druck steht. Gleichzeitig bleibt die Positionierung am Derivatemarkt nach der jüngsten Rally hoch, was zusätzliche Nervosität in den Handel bringt.
Ein nachhaltiger Tagesschluss über 80.000 Dollar wäre das erste technische Ausbruchssignal seit Mitte Mai und würde den Weg Richtung 85.000 Dollar öffnen. Scheitert der Ausbruch erneut, gilt ein Rücksetzer auf die Zone zwischen 76.500 und 77.500 Dollar als wahrscheinlicheres kurzfristiges Szenario — ohne dass der übergeordnete Aufwärtstrend dabei bricht.
Untermauert wird die Stärke von den Kapitalflüssen der US-Spot-ETFs: Am Montag flossen netto 338 Millionen Dollar in Bitcoin-Produkte, nach 308 Millionen Dollar am Freitag. Der iShares Bitcoin Trust führte die Zuflüsse mit 209 Millionen Dollar an. Der CMC Fear-and-Greed-Index notiert bei 80 Punkten und signalisiert „Extreme Gier“ — ein Wert, der binnen eines Monats von „Angst“ auf „Extreme Gier“ gesprungen ist.
Der Blick auf die Makro-Agenda
Der Mittwoch bringt die eigentliche Weichenstellung. Core-PCE-Inflationsdaten für Juli und die zweite BIP-Schätzung für das zweite Quartal 2026 stehen an, gefolgt von den Nvidia-Quartalszahlen nach US-Börsenschluss. Alle drei Termine dürften die Stimmung für die Jackson-Hole-Rede von Fed-Vertreter Warsh am Freitag vorprägen.
Sollte sich die Stagflations-Sorge durch schwache Konjunkturdaten verstärken, dürfte das die Flucht in alternative Wertspeicher wie Bitcoin und Gold zusätzlich befeuern. Bleibt die Datenlage im Rahmen der Erwartungen, entscheidet sich an der 80.000-Dollar-Marke selbst, ob die Rallye ihren nächsten Schub bekommt oder erst einmal Pause macht.
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