Bitcoin: Zinsfantasie hebt den Kurs

Symbolbild, KI-generiert

Schwache Beschäftigungszahlen senken die Zinserhöhungschance im Oktober; Bitcoin und US-Spot-ETFs verzeichnen Zuwächse.

Auf einen Blick:
  • Bitcoin erreicht höchsten Stand seit einer Woche
  • US-Arbeitsmarkt schafft 29.000 neue Stellen
  • Zinserhöhungswahrscheinlichkeit sinkt auf 20,5 Prozent
  • Spot-Bitcoin-ETFs verbuchen 103 Millionen Dollar Zuflüsse

Ein schwacher US-Arbeitsmarktbericht hat dem Kryptomarkt am Freitag Rückenwind gegeben. Bitcoin stieg zeitweise bis auf 87.219 Dollar und erreichte damit den höchsten Stand seit gut einer Woche. Zuletzt notierte die Kryptowährung bei rund 86.000 Dollar.

Jobdaten drücken Zinserwartungen

Im September entstanden in den USA nur 29.000 neue Stellen außerhalb der Landwirtschaft. Erwartet worden waren 90.000, der Vormonatswert wurde auf 133.000 nach unten revidiert. Die Arbeitslosenquote kletterte zudem von 4,1 auf 4,2 Prozent.

Die Reaktion fiel eindeutig aus. Der Dollar gab nach, der Dollar-Index rutschte auf etwa 101,70 Punkte. Renditen sanken, und die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der US-Notenbank im Oktober fiel auf 20,5 Prozent. Vor einer Woche lag sie noch bei über 64 Prozent.

Das hilft Bitcoin. Niedrigere Zinsen und ein schwächerer Dollar machen renditelose Anlagen wie Kryptowährungen und Edelmetalle tendenziell attraktiver. Auch am Anleihemarkt entspannte sich die Lage: Zehnjährige US-Staatsanleihen drehten von ihren Mehrjahreshochs bei 5,35 Prozent ab und rentierten zuletzt bei 5,15 Prozent.

Marktbeobachter sehen darin ein Zeichen, dass Anleger wieder mehr Risiko eingehen und ihre Serie von Gewinnmitnahmen zunächst beenden.

ETFs und Marktumfeld

Auch die Börsenfonds zeigen Zuversicht. US-Spot-Bitcoin-ETFs verbuchten am Donnerstag Nettozuflüsse von 103 Millionen Dollar, nach Abflüssen am Mittwoch. Der iShares Bitcoin Trust sammelte allein 196 Millionen Dollar ein.

Die Gesamtmarktkapitalisierung aller Kryptowährungen legte binnen eines Tages um 2,1 Prozent auf 2,93 Billionen Dollar zu. Ether, XRP und Solana zogen ebenfalls an, am stärksten Solana mit 3,7 Prozent.

Von seinem Rekordhoch bei 126.198 Dollar bleibt Bitcoin trotzdem rund 32 Prozent entfernt. Seit Jahresbeginn steht noch ein Minus von 3,5 Prozent zu Buche. Nach Marktwert ist die Kryptowährung das elftgrößte Asset der Welt, knapp hinter Meta Platforms und vor Broadcom.

Die Tagesspanne reichte von 83.794 bis 87.146 Dollar. Hält Bitcoin die Marke von 87.000 Dollar, rückt zumindest das Wochenhoch in Reichweite. Der Zinsentscheid der Fed im Oktober bleibt der nächste größere Termin.

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