Bitcoin: Wette auf den Rebound

Trotz eines Rückgangs auf 63.300 Dollar setzen Händler massiv auf einen Bitcoin-Anstieg auf 72.000 Dollar bis Ende Juli.

Auf einen Blick:
  • Bitcoin fällt auf tiefsten Stand seit Juli
  • Milliarden in Call-Spreads auf Erholung investiert
  • Fed-Zinsentscheidung als entscheidender Risikofaktor
  • Kryptomarkt erlebt asiatisch geprägten Ausverkauf

Der Kurs fällt, die Wetten steigen. Während Bitcoin auf den tiefsten Stand seit Mitte Juli rutscht, haben Optionshändler parallel Milliarden auf einen kräftigen Rebound noch vor Monatsende platziert. Diese Gegensätzlichkeit macht die aktuelle Woche zu einer der spannungsreichsten seit langem.

Ausverkauf mit asiatischem Ursprung

Bitcoin verlor am Dienstag mehr als drei Prozent und fiel auf rund 63.300 Dollar. Vor einer Woche hatte die Kryptowährung noch bei fast 67.000 Dollar gestanden. Ausgangspunkt der Bewegung war ein Ausverkauf bei KI-Aktien in Asien, der auf digitale Vermögenswerte übergriff — der südkoreanische Kospi verlor dabei über zehn Prozent.

Der gesamte Kryptomarkt zog nach. Ripple gab rund fünf Prozent auf 1,05 Dollar ab, Solana verlor gut vier Prozent auf 73,21 Dollar. Auch Ethereum und Binance Coin rutschten ins Minus, während die Dollar-Stablecoins erwartungsgemäß stabil blieben.

Die Fed als Unsicherheitsfaktor

Am Mittwochabend entscheidet die US-Notenbank über den Leitzins, der aktuell bei 3,50 bis 3,75 Prozent liegt. Der breite Markt erwartet unter dem seit Mai amtierenden Notenbankchef Kevin Warsh keine Änderung. Das Handelshaus Citadel Securities hält dagegen eine überraschende Anhebung um 0,25 Prozentpunkte für möglich — genau diese Abweichung von der Konsenserwartung nährt die Nervosität am Markt.

Trotz des Kursrückgangs positionieren sich viele Händler für einen Ausbruch nach oben. Rund 2,5 Milliarden Dollar sind in Call-Spreads geflossen, die am 31. Juli auslaufen und auf eine Marke von 72.000 Dollar zielen. Ein Analyst von Nansen hält im Gegenzug einen Rückfall bis 52.000 Dollar für denkbar. Für neuen Schwung müsste Bitcoin über 67.300 Dollar schließen.

Verlustjahr trotz langfristiger Stärke

Im laufenden Jahr steht ein Minus von knapp 28 Prozent zu Buche, nachdem bereits 2025 ein Rückgang von rund sechs Prozent verzeichnet wurde. Damit erlebt Bitcoin erst das vierte Verlustjahr seiner Geschichte. Seit dem Rekordhoch von über 126.000 Dollar im Oktober 2025 hat die Kryptowährung die Hälfte ihres Werts eingebüßt.

Der langfristige Trend bleibt davon unberührt: In den vergangenen fünf Jahren legte der Kurs um fast 60 Prozent zu, seit Juli 2016 um das rund 96-Fache. Die Marktkapitalisierung liegt weiterhin bei etwa 1,3 Billionen Dollar, bei einem Gesamtwert des Kryptomarkts von rund 2,2 Billionen Dollar. Ethereum und Tether folgen mit deutlichem Abstand.

Im US-Senat wurde die Abstimmung über das Krypto-Gesetz CLARITY unterdessen auf die kommende Woche verschoben, vor der Sommerpause am 8. August.

Der Zinsentscheid am Mittwochabend dürfte die Richtung für die kommenden Tage vorgeben. Bestätigt sich die Prognose von Citadel Securities, droht zusätzlicher Druck auf risikoreiche Anlagen. Bleibt die Fed dagegen bei ihrem aktuellen Kurs, haben die Käufer der auslaufenden Call-Spreads bis zum 31. Juli noch Zeit, ihre Wette auf 72.000 Dollar einzulösen.

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