Nachdem Bitcoin den stärksten August seit neun Jahren verzeichnete, zeigt sich die Kryptowährung zu Beginn des neuen Monats in einer robusten Konsolidierungsphase. Mit einem Schlusskurs von 78.571 US-Dollar im August sendete der Markt ein deutliches Lebenszeichen, das von einigen Marktbeobachtern als Ende der vorangegangenen Baisse gewertet wird.
Am heutigen Donnerstag notiert Bitcoin bei 77.718,00 US-Dollar und kann damit ein leichtes Plus von 0,4 % verbuchen. Trotz vereinzelter Gewinnmitnahmen am gestrigen Mittwoch bleibt das Marktumfeld von einer hohen institutionellen Aktivität und der Erwartung regulatorischer Meilensteine geprägt.
Gemischte Signale vom US-Arbeitsmarkt und der Fed
Die jüngsten makroökonomischen Daten aus den USA sorgen für ein diffuses Bild bei den Risikoassets. Während die ADP-Arbeitsmarktdaten für August mit 38.000 neuen Stellen deutlich hinter den Erwartungen zurückblieben, deuten andere Indikatoren auf eine hartnäckige Inflation hin. Der PCE-Inflationsbericht fiel zuletzt heißer aus als prognostiziert, was den Spielraum der US-Notenbank Fed für Zinssenkungen einschränkt.
An den Prognosemärkten wie Kalshi wird die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte im Rahmen der kommenden FOMC-Sitzung Mitte September derzeit auf etwa 60 % geschätzt.
Zusätzlich belasten geopolitische Spannungen im Nahen Osten zeitweise die Notierungen, da Anleger in Phasen diplomatischer Unsicherheit verstärkt auf Gold ausweichen. Dennoch notiert Bitcoin aktuell etwa 12 % über seinem 200-Tage-Durchschnitt von 69.505,87 US-Dollar, was den mittelfristigen Aufwärtstrend untermauert.
Institutionelle Akkumulation trifft auf ETF-Abflüsse
Das Verhalten der Großanleger zeigt derzeit eine interessante Divergenz. Während die Spot-ETFs am gestrigen Mittwoch Nettoabflüsse in Höhe von 236 Millionen US-Dollar hinnehmen mussten, setzen Unternehmen ihre Akkumulationsstrategien fort.
Besonders auffällig ist dabei die japanische Remixpoint, die ihre Bestände auf über 1.500 Einheiten ausbaute. Auch die Strive-Gruppe stockte ihre Position zuletzt um 1.800 Bitcoin auf insgesamt über 23.000 Einheiten auf.
BitMEX-Mitgründer Arthur Hayes bleibt für die langfristige Entwicklung der Kryptowährung äußerst zuversichtlich. Laut Hayes könnte eine mögliche Liquiditätsspritze durch die US-Notenbank, ausgelöst durch Verschiebungen im Währungspaar Euro zum Yen, als massiver Katalysator wirken. Er hält an seiner strukturellen Long-Position fest und prognostiziert für die kommenden Jahre Kurse in Millionenhöhe, sieht jedoch kurzfristig bei etwa 58.000 US-Dollar eine wichtige Absicherung nach unten.
Regulierungsschub durch den CLARITY Act erwartet
Ein wesentlicher Fokus der Marktteilnehmer liegt auf der regulatorischen Entwicklung in den USA. Paul Atkins, der Vorsitzende der US-Börsenaufsicht SEC, bezeichnete das Regelwerk „Regulation Crypto Assets“, das vor rund zwei Wochen vorgeschlagen wurde und seither zu einem Kursanstieg von etwa 20,5 % beitrug, als historischen Schritt für den Standort USA. Ziel der Initiative ist es, Krypto-Innovationen zurück in den heimischen Markt zu holen und Rechtssicherheit für Unternehmen zu schaffen.
Ein entscheidender Termin steht am 15. September an: Für diesen Tag ist die entscheidende Abstimmung über den sogenannten CLARITY Act im US-Senat angesetzt. Das Gesetz soll die Zuständigkeiten zwischen der SEC und der CFTC klar aufteilen und einen dauerhaften Rahmen für digitale Vermögenswerte schaffen.
Analysten von Glassnode weisen derweil darauf hin, dass Bitcoin in einer Spanne zwischen der Unterstützung bei 62.000 US-Dollar und einem markanten Widerstandsbereich von 83.000 bis 86.000 US-Dollar verharrt, wobei Letzterer durch das Angebot von Langzeithaltern geprägt ist.
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