Bitcoin: Strategy verkauft, Wale kaufen

Strategy reduziert Bitcoin-Bestand um 1.638 Coins, während Großanleger im Juli massiv zukaufen. Der Kurs hält die 62.000-Dollar-Marke trotz Abflüssen aus ETFs.

Auf einen Blick:
  • Strategy verkauft 1.638 Bitcoin
  • Großanleger kaufen 270.000 BTC
  • ETF-Abflüsse von 265 Millionen Dollar
  • Coldcard-Sicherheitslücke verursacht Verluste

Ein Name sticht in dieser Woche heraus: Strategy, jahrelang der größte institutionelle Käufer am Markt, wechselt offenbar die Seiten. Zwischen dem 27. Juli und dem 2. August trennte sich das Unternehmen von 1.638 Bitcoin und strich dafür rund 104,7 Millionen Dollar ein. Der Bestand sinkt damit auf 842.138 Coins.

Der Verkauf reiht sich in eine Woche voller Abflüsse ein. Am 31. Juli verließen die US-Spot-ETFs an einem einzigen Handelstag rund 265 Millionen Dollar, während Strategy zugleich 8,22 Milliarden Dollar an nicht realisierten Bewertungsverlusten verbuchte.

Trotzdem hält sich der Kurs bei rund 63.000 Dollar und verteidigt damit die Marke von 62.000 Dollar bereits zum wiederholten Mal. Auf der anderen Seite des Marktes zeigt sich ein gegenteiliges Bild: Große Adressen kauften im Juli rund 270.000 Bitcoin ein, während die Bestände auf den Handelsplätzen den tiefsten Stand seit sieben Jahren erreichten. Der Fear-and-Greed-Index notiert bei 27 Punkten und bleibt damit im Angstbereich — ein deutlicher Kontrast zum Kaufverhalten der großen Wallets.

Für die kurzfristige Richtung sehen Analysten die nächste Unterstützung bei 61.400 Dollar, gefolgt von 59.070 Dollar. Historisch spricht wenig für einen starken Monat: Seit 2022 schloss der August jedes Jahr im Minus, im Median mit einem Verlust von 7,87 Prozent.

KI-Attacken setzen Bitcoin-Infrastruktur unter Druck

Parallel zur Kursdebatte wächst die Sorge um die technische Sicherheit im Umfeld von Bitcoin. Hardware-Wallet-Hersteller Coinkite musste vergangene Woche einen Fehler in seinem Coldcard-Wallet einräumen, der bis auf einen Firmware-Build aus März 2021 zurückgeht. Die Schwachstelle erzeugte Recovery-Seeds über einen Software-Fallback statt über den echten Zufallsgenerator der Hardware — dadurch wurden private Schlüssel erratbar. Die Verluste belaufen sich mittlerweile auf rund 130 Millionen Dollar.

Ledger-CTO Charles Guillemet ordnete den Vorfall als Weckruf für die gesamte Branche ein. Angreifer hätten nach seiner Einschätzung künstliche Intelligenz genutzt, um eine seit über fünf Jahren öffentlich einsehbare Schwachstelle aufzuspüren — offener Quellcode allein biete demnach keine Sicherheit ohne unabhängige Prüfung.

Der Trend zeigt sich auch anderswo. Der nicht-verwahrende Bitcoin-Bridge-Anbieter Boltz hat seinen Swap-Dienst zwischen Lightning Network und Bitcoin-Basisschicht bis auf Weiteres ausgesetzt. Das Unternehmen begründete den Schritt mit einer spürbaren Zunahme automatisierter, KI-gestützter Angriffsversuche, die schneller neue Schwachstellen finden, als das eigene Team sie patchen kann. Nutzerguthaben seien dabei nicht gefährdet gewesen, da Boltz zu keinem Zeitpunkt Kontrolle über die Coins der Kunden hatte.

Regulatorischer Fahrplan bleibt unklar

Unterdessen wächst die Unsicherheit um den US-Gesetzentwurf Clarity Act, der Zuständigkeiten für Kryptowährungen zwischen SEC und CFTC klären soll. Bitwise-Investmentchef Matt Hougan geht davon aus, dass der Kryptomarkt auch ohne eine Verabschiedung in dieser Woche seinen Weg findet — notfalls über eigene Regeln der US-Börsenaufsicht SEC unter Vorsitzendem Paul Atkins.

Der Senat startet am 10. August in seine Sommerpause, die bis zum 11. September dauert — für das Gesetz bleibt damit nur ein enges Zeitfenster. Die Wahrscheinlichkeit einer Verabschiedung ist auf der Prognoseplattform Polymarket von rund 75 Prozent im Mai auf aktuell 23 Prozent gefallen.

Ob Clarity in der laufenden Sitzungswoche noch eine Abstimmung erreicht, entscheidet sich vor Beginn der Sommerpause am 10. August. Am Kryptomarkt selbst bleibt der Kurs vorerst zwischen der Unterstützung bei 61.400 Dollar und dem oberen Zielbereich um 70.000 Dollar eingeklemmt, während sich Verkäufer wie Strategy und kaufende Wale in etwa die Waage halten.

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