Während sich die Debatte um US-Staatsverschuldung und Fed-Kurs zuspitzt, bleibt der größte börsennotierte Bitcoin-Halter erstaunlich passiv. Strategy, das Unternehmen um Michael Saylor, hat in der vergangenen Woche kein einziges Bitcoin gekauft oder verkauft. Der Bestand verharrt bei 845.050 BTC, aktuell rund 66,1 Milliarden Dollar wert.
Das ist bemerkenswert, weil Strategy damit über vier Prozent der gesamten Bitcoin-Obergrenze von 21 Millionen Coins hält – und auf dem Papier einen Gewinn von etwa 2,4 Milliarden Dollar sitzt. Statt neuer Bitcoin-Käufe flossen 176,3 Millionen Dollar in den Rückkauf eigener STRC-Vorzugsaktien. Zusätzlich stockte das Unternehmen sein Rückkaufprogramm für digitale Kreditpapiere auf zwei Milliarden Dollar auf.
Nach der Verkaufskritik: Bilanz zuerst
Die Zurückhaltung folgt auf eine turbulente Phase. Erst vor Kurzem hatte CEO Phong Le den Verkauf von rund 7.000 Bitcoin zu Kursen zwischen 60.000 und 65.000 Dollar verteidigt – nötig, um Vorzugsdividenden zu bedienen. Anschließend pausierte Strategy die Bitcoin-Käufe für rund zehn Wochen, um die Bilanz zu stärken.
Das Ergebnis: Die Nettoverschuldung sank von etwa sieben Milliarden Dollar auf null, gleichzeitig baute das Unternehmen Barreserven von rund sieben Milliarden Dollar auf. Ende August kehrte Strategy dann zum Kauf zurück und erwarb zwischen dem 24. und 30. August gut 4.600 Bitcoin zu einem Durchschnittspreis von 80.318 Dollar je Coin.
Parallel wehrt sich das Unternehmen gegen einen Vorschlag des Indexanbieters MSCI, der bestimmte „Nicht-operative“ Firmen aus wichtigen Indizes ausschließen würde. Saylor und Le bezeichneten die Konsultation in einem gemeinsamen Schreiben als diskriminierend und warnten, ein solcher Schritt würde vor allem MSCIs eigenem Ruf schaden.
Markt bleibt in Wartestellung
Für den breiteren Kryptomarkt bleibt die Gemengelage unübersichtlich. Der bevorstehende Fed-Zinsentscheid und die Debatte um einen möglichen Clarity Act gelten als richtungsweisend, während Bitcoin sich an der Marke von 80.000 Dollar abarbeitet. Ein schwächerer Dollar könnte dabei zusätzlichen Rückenwind liefern.
Die Zurückhaltung von Strategy dürfte daher weniger als Vertrauensverlust in Bitcoin zu lesen sein, sondern als bewusste Pause nach einer Phase der Bilanzkonsolidierung. Ob das Unternehmen seine Kaufstrategie in den kommenden Wochen wieder aufnimmt, hängt maßgeblich davon ab, wie sich die Zinslandschaft nach der nächsten Fed-Entscheidung entwickelt.
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