Bitcoin ist am Montag unter die Marke von 80.000 Dollar gerutscht. Auslöser ist die Unsicherheit vor dem anstehenden Zinsentscheid der US-Notenbank. Ein zweiter Belastungsfaktor liegt tiefer im System: Dem Kryptomarkt fließt Kapital ab, das er für eine nachhaltige Erholung bräuchte.
Stablecoins unter Druck
Die gesamte Marktkapitalisierung der Stablecoins ist seit dem 22. Mai um 12,73 Milliarden Dollar geschrumpft. Zuletzt lag sie bei rund 300 Milliarden Dollar. Stablecoins dienen Anlegern als Parkplatz und Tauschmittel: Wer zwischen Kryptowährungen wechselt, muss das Geld nicht erst auf ein Bankkonto überweisen. Sinkt das Angebot, steht tendenziell weniger Kaufkraft für Bitcoin und Ether bereit.
Marktführer Tether behauptet mit gut 60 Prozent Marktanteil seine Spitzenposition, verlor binnen 30 Tagen aber rund 1,29 Milliarden Dollar an Umlauf. Stärker traf es den Rivalen USDC von Circle, dessen Marktkapitalisierung um 4,69 Milliarden auf 71,74 Milliarden Dollar sank.
Auch kleinere Anbieter gaben nach. Der mit der Trump-Familie verbundene USD1 büßte gut zehn Prozent ein. Es gibt aber Gegenbeispiele: PayPals PYUSD legte zu, Falcon USDf wuchs um mehr als 42 Prozent.
Sicherheitslücke bei Electrum
Zusätzlich sorgt eine Schwachstelle in der Wallet-Software Electrum für Aufsehen. Manipulierte Server konnten ausstehende Transaktionen abfangen und Gelder an Angreifer umleiten. Wer eine scheinbar hängende Zahlung mit höherer Gebühr neu signierte, schickte sein Geld tatsächlich an die Täter. Mindestens ein Nutzer hat nach eigener Meldung Geld verloren.
Die Angreifer können sogar die letzten vier Zeichen der Zieladresse nachbilden. Wer nur das Adressende prüft, bemerkt den Betrug nicht. Version 4.8.3 schließt die Hauptlücke, indem sie Signaturen auf Eingaben der eigenen Wallet prüft. Eingehende Transaktionen fremder Absender bleiben vorerst ungeprüft; dafür ist weitere Entwicklungsarbeit nötig. Wer selbst einen Server betreibt, ist nicht betroffen.
Für Bitcoin als Netzwerk ist das kein Protokollproblem. Es betrifft eine einzelne Wallet mit offenem Servermodell, die schon 2018 durch gefälschte Update-Meldungen angegriffen wurde. Wer nicht sofort aktualisieren kann, sollte Adressen und Beträge vollständig kontrollieren.
Was jetzt zählt
Kurzfristig richtet sich der Blick auf den Fed-Zinsentscheid. Bleibt die Marke von 80.000 Dollar nach der Entscheidung in Reichweite, wäre der Stablecoin-Rückgang vorerst ein Warnsignal ohne Folgen. Schrumpft das Angebot weiter, fehlt dem Markt hingegen frisches Geld für einen Anlauf nach oben.
Bitcoin-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Bitcoin-Analyse vom 27. Oktober liefert die Antwort:
Die neusten Bitcoin-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Bitcoin-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 27. Oktober erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
